Lebendiges Kontrastprogramm

Von: Sarah Sillius
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Nimmt den „normalen Wahnsinn” unseres Alltags vor großem Publikum aufs Korn: Kabarettist Christoph Sieber beim „Blind Date” auf der Bühne von Burg Wilhelmstein in Würselen-Bardenberg. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Eine Burg, ein lauer Sommerabend und eine Bühne, auf der ein roter Teppich ausgebreitet ist. Der Schauplatz für ein Blind-Date könnte idealer nicht sein.

Der Reiz liegt darin, dass man nicht weiß, was passiert. Doch die 950 Zuschauer, die bis auf den letzten Platz die Ränge der Burg Wilhelmstein füllten, wussten immerhin, dass sie an diesem Abend nicht nur ein einzigartiges Programm geboten bekommen, sondern mit ihrem Erscheinen gleichzeitig etwas Gutes tun.

Das Blind Date ist eine Veranstaltung zu Gunsten der Aktion „Menschen helfen Menschen”, der Hilfsaktion der Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten. Welche Künstler für den guten Zweck, also ohne Gage, die märchenhafte Kulisse beleben, ist jedes Mal eine Überraschung.

AZ-Redakteur Robert Esser, der durch das Programm begleitete, und der stellvertretende Chefredakteur Erich Behrendt versprachen nicht zuviel, als sie in ihren Begrüßungsworten „Abwechslung pur” und „ein kulturell wertvolles und unterhaltendes Programm” ankündigten.

Während so langsam die Sonne unterging, läutete die Band Jodymoon aus Maastricht mit einer Mischung aus Pop, Roots und einem Hauch Klassik den melancholisch-nachdenklichen Teil des Abends ein.

Das Singer-Songwriter-Duo Digna Janssen am Piano und Johan Smeets an der Gitarre sowie Marie-Jos Didderen am Cello und Wim Spaepen an der Violine überzeugten mit berührend persönlichen Songs.

Mit der Ruhe war es vorbei, als Kabarettist Christoph Sieber, „der Mann mit den gelben Schuhen”, die Bühne betrat. Bei ihm bekam das Publikum erst mal sein Fett weg. Für Sieber ist das tägliche Leben viel zu kompliziert geworden: Ob es nur darum geht, sich im Starbucks einen Kaffee zu bestellen oder zwischen „Hot Buttons” und „Promi-Würstchengrillen” ein vernünftiges Fernsehprogramm zu finden.

Sieber verstand es, die Zuschauer für diese Absurditäten zu sensibilisieren. Er erklärte ihnen auch, worin das wahre Problem der Gesellschaft liegt („Wir haben keine Helden mehr!”).

Stern der Soul-Szene

Astrid North, ein Stern der deutschen Soulszene, und ihre Band North sorgten auf der letzten Station des Abends für Musik zum Mittanzen. Soul und Rock? Ja, das funktioniert. Die soulig-funkige Stimme der Sängerin vermischte sich mit den rockigen Beats zu einem einzigartigen Genremix.

Barfuß rockte die temperamentvolle North, die in diesem Jahr schon als Vorgruppe von Miss Platnum unterwegs war, mit einer unglaublichen Bühnenpräsenz auf dem roten Teppich ab, und ließ bei ruhigeren Stücken wieder Zeit zum Träumen aufkommen.

Es war ein Abend der gelungenen Kontraste und ein erfolgreicher Auftakt für die Open-Air-Saison auf der Burg, den der Veranstalter Ulrich Pesch den Blind-Date-Freunden wieder bieten konnte.

Nicht zuletzt galt der große Dank den Künstlern, durch die an dem Abend eine große Spendensumme zusammen kam. So legte zum Finale jeder sein Picknickkörbchen beiseite und erhob sich zu Standing Ovations für die Gäste von seinem Platz.
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