Lebendig, rund und ausgewogen: Benefizkonzert für den Dom

Von: Pedro Obiera
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Das Ambiente könnte nicht prachtvoller sein: das Benefizkonzert im Oktogon des Aachener Doms. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Mit drei besonders festlichen Chorstücken der barocken Großmeister Bach und Händel sorgte das 28. Benefizkonzert im Aachener Dom für einen strahlenden Kontrapunkt zum trüben Novemberwetter.

Mit Bachs „Magnificat“ und der Jubel-Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“ sowie Händels „Utrechter Te Deum“ und „Jubilate“ griff Kantor Georg Hage für den Kammerchor des Aachener Bachvereins zu publikumsfreundlichen, aber alles andere als einfach zu bändigenden Repräsentationsmusiken. Obwohl derzeit fleißig an einer Festaufführung von Bachs Messe in h-Moll gearbeitet wird, ließ es Hage auch hier nicht an der von ihm gewohnten Sorgfalt mangeln.

Dass es Händels mit prachtvollen Chorsätzen besonders reich bestücktes „Utrechter Te Deum“ nie zu einer angemessenen Popularität gebracht hat, mag an den hohen Ansprüchen des Werks liegen. Und da kann Hage der qualitativen Stabilität seiner Sänger mittlerweile fest vertrauen. Was Intonationssicherheit, Stilgefühl, rhythmische Lebendigkeit und einen runden, ausgewogenen Chorklang angeht, kann und muss man sich bei der Würdigung der Konzerte des Bachvereins stets wiederholen.

Sicher lassen sich sowohl Händels Friedensgesang als auch Bachs „Magnificat“ mit einer größeren Chorformation vorstellen, was den festlichen Charakter noch unterstreichen könnte. Die klangliche Balance zwischen den versierten und kräftig zupackenden Musikern des bewährten Concerto Köln und dem Chor verlief, zumindest in den vorderen Reihen, nicht immer zugunsten der Sänger.

Dafür kann Hage jedoch zügigere Tempi anschlagen. Und wenn auch der Chor-Anteil in Bachs „Magnificat“ kleiner als bei Händel ausfällt, verlangt Bach den Sängern eine größere stilistische Flexibilität ab, wodurch sich der beweglich agierende Kammerchor nicht in Verlegenheit bringen ließ.

Die elf, von Bach sehr individuell gestalteten Chor- und Sologesänge des „Magnificats“ gestaltete Hage mit der nötigen Differenzierungskunst, wobei er sich auf ein vorzügliches Solistenquartett verlassen konnte. Dazu gehört die Sopranistin Silke Schwarz, die zum Auftakt in Bachs Solo-Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“ mit mühelos perlenden, gleichwohl gefühlvoll geformten Koloraturen zu großer Form auflief. Die Alt-Partie veredelte Kai Wessel mit seinem schönen Altus-Timbre. Andreas Weller (Tenor) und Markus Flaig (Bass) ergänzten das Quartett auf ebenbürtigem Niveau.

Rundum eine gelungene Sache für einen guten Zweck. Freuen wir uns auf die Herkules-Aufgabe der Bach-Messe am 8. Dezember in St. Michael im Rahmen der Aachener Bachtage.

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