Lange lebe die Disco-Queen!

Von: Burkhard Giesen
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Beeindruckend nicht nur mit ihren Hut-Kreationen: Grace Jones in Düsseldorf. Foto: Thomas Brill

Düsseldorf. Ganz zum Schluss steht Grace Jones vor der Windmaschine. Und als der Titelsong ihres neuen Albums „Hurricane” erklingt, war der musikalische Orkan über das Publikum in der Düsseldorfer Philipshalle schon hinweggefegt.

Im 100-Minuten-Zeitraffer sehen wir eine Miss Grace Jones, wie wir sie aus den 80ern noch kennen: extravagant, kokettierend, als Vamp und vor allem als schieres Energiebündel.

15 Songs stehen auf der Set-Liste der inzwischen 60-Jährigen - von „Nightclubbing” bis „Slave to the Rhythm” und eben den Songs aus ihrem neuen Album. Auf eine aufwendige Bühnenshow kann die Frau gut verzichten. Zu Anfang steht sie auf einer Hebebühne, später räkelt sie sich an der Table-Dance-Stange. Ein paar Laserstrahlen und zum Schluss die Windmaschine - das reicht, die Disko-Ikone ist präsent genug.

Beine bis zum Kinn, den String-Tanga als Grundkostüm und in 19 Jahren Bühnenabwesenheit offensichtlich nicht gealtert, wechselt sie nach jedem Song ihr Outfit und beeindruckt mit schrillen Hutkreationen. Das Ex-Model nutzt die Bühne als Laufsteg; die Pausen zum Umziehen geraten zum Flirt mit dem Publikum, wenn sie mit dem Mikro in der Kabine verschwindet und aus ihrem Leben plaudert. Sie hat ihr Publikum von Anfang an musikalisch im Griff.

Starrt man bei „Nightclubbing” noch ehrfurchtsvoll auf die Hebebühne, stürmen beim zweiten Song „This is” die Fans schon nach vorne und verwandeln die bestuhlte (!) Philipshalle in eine riesige Party. Beim Konfetti-Regen zu „Pull up to the Bumper” tanzt sie gemeinsam mit den Fans auf der Bühne, beim grandiosen „Slave to the Rhythm” lässt sie acht Minuten lang den Hulahup-Reifen um ihre Hüften kreisen.

Die gebürtige Jamaikanerin ist Energie pur und schaltet nur bei langsameren Stücken wie „La vie en rose” einen Gang zurück. Als sich der Orkan in der Philipshalle gelegt hat, steht sie allein vor ihrem Publikum. „Ich will Euch sehen”, ruft sie in die Halle - das Licht geht an, es gibt Blumen. Die Frau mit der tiefen und beeindruckend gewaltigen Stimme, eben noch unnahbar, ist bei ihren Fans nach langer Abstinenz wieder angekommen.
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