Köln - Lady Gaga in Köln: Konfetti und Wasserfälle aus Licht

Lady Gaga in Köln: Konfetti und Wasserfälle aus Licht

Von: Susanne Schramm
Letzte Aktualisierung:
8686464.jpg
Ganz die Diva: In Köln wollte sich Lady Gaga nicht fotografieren lassen. Die Aufnahme entstand im Juli in Chicago. Foto: Barry Brecheisen

Köln. Schulterfrei, oberschenkelfrei, bauchfrei. Nicht nur bei Lady Gaga (28), sondern auch bei ihren Fans ist weniger mehr. Doch während die Sängerin, Songschreiberin und Schauspielerin in der Hitze der Scheinwerfer ihre Haut zu Markte trägt, haben die Manga-Mädchen, die martialischen Marilyns und die metrosexuellen Meerjungfrauen teilweise mehr als 24 Stunden draußen vor der Kölner Lanxess-Arena ausgeharrt.

Bei Temperaturen, die nachts bis auf knapp zwölf Grad fielen. Lady Gaga ist das wert. Weil sie viel mehr ist als nur Künstlerin. Sie ist die Bejahung all dessen, was man ist, was man sein will, und sein darf. Lange vor Conchita Wurst war die als Stefani Joanne Angelina Germanotta geborene New Yorkerin die Fleisch gewordene Gewähr für Gedankenfreiheit.

14.000 Menschen sind an diesem Abend in Köln erschienen, um ihr zu huldigen. Und sich huldigen zu lassen. Nach Hamburg ist Köln die zweite deutsche Station der „ArtRAVE: The Artpop Ball“-Europa-Tournee von „La Gaga“. Das einzige Konzert in NRW ist nicht komplett ausverkauft. 2012 füllte die Lady die Arena an zwei Abenden hintereinander.

Sie hüpft und tanzt

Wenn die brachiale Einstimmung mit Endlos-Loops aus den Lautsprechern schlagartig abbricht und der rosasilbrig schimmernde Fischhaut-Vorhang endlich fällt, enthüllt er einen ganzen Entertainment-Park. In mattem Gipsweiß erinnert die Bühnenkulisse an die Skyline einer Stadt, die aus Körperöffnungen, Genitalien und sekundären Geschlechtsorganen geformt ist. Neongrün pulsierende Lichtleisten rahmen die Laufstege. Sie mäandern bis tief in den Innenraum hinein. Mit 14 Tänzern hüpft und tanzt Lady Gaga – in Gold gehüllte Göttin, Raumkreuzer-Kommandeurin und Medusen-Madonna, mit Engelsflauschflügen, Tentakeln und Regenbogenzopf – darüber, als sei das der gelbe Ziegelweg aus „Der Zauberer von Oz“. Es regnet Konfetti, die Ballons sind groß und prall und knallbunt, die Wasserfälle aus Licht haushoch, die Finger der kobaltblauen Laser greifen bis ans andere Ende der Halle.

„Artpop“ ist musikalisch sehr wuchtig. Die Beats knallen mit der Gewalt von Vorschlaghämmern in vielfach schutzlose Gehörgänge. Dafür war die Vorab-Beschallung gutes Training. Frühere Hits wie „Pokerface“, „Telephone“ oder „Alejandro“ gewähren Gnade innerhalb der Zwei-Stunden-Show. Dass die Art-Pop-Performerin auch eine richtig gute Sängerin ist, merkt man spätestens dann, wenn sie a cappella „Cabaret“ anstimmt. Oder am von Eiskristallen umzackten Piano ganz grandios die Hymne „Born This Way“ bringt. Während sie eine weinende Martina aus dem Publikum an ihrer Schulter birgt und deren Schultern fürsorglich mit einer Deutschlandfahne umhüllt. Wie Mutter und Tochter sitzen die beiden nebeneinander auf dem Bänkchen. In Hamburg hat ein Niels geweint. Heute in Berlin wird es ein Jan tun. Oder eine Anna. Oder wer auch immer.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert