Kurpark Classix: Soul und Picknickkörbe

Von: Mischa Wyboris
Letzte Aktualisierung:
classix17-bu
Es ist angerichtet: Veranstalter Christian Mourad (l.), GMD Marcus R. Bosch (r.), die Sponsoren, Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (hinten 3.v.r.) und Erster Kapellmeister Daniel Jakobi (hinten rechts) erwarten viele tausend Gäste bei den vierten Kurpark Classix im Kurgarten an der Monheimsallee. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Kann man das noch machen?” - Die rhetorische und unisono formulierte Frage von Aachens Theater-Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck, Veranstalter Christian Mourad und Oberbürgermeister Marcel Philipp zeigt vor allem eines: Kultur und Wirtschaft sind eng miteinander verknüpft.

Für die Kurpark Classix gilt das allemal, das 500.000 Euro schwere Projekt, das sich seit seiner Premiere im Jahr 2007 aus Sponsorengeldern finanziert.

„Die Krise ist nicht spurlos an uns vorübergegangen”, bilanziert Mourad: „Einige Sponsoren sind abgesprungen, andere sind zum Glück aber dazugekommen.” Und so sind sie dann doch in trockenen Tüchern, die vierten Kurpark Classix, die auch musikalisch jedes Jahr wieder eine große Herausforderung sind. „Die beste Bühne ist nichts wert, wenn das Programm nicht stimmt”, erklärt der Veranstalter.

Letzteres dürfte, legt man die Besucherzahlen der vergangenen drei Jahre zugrunde, immer wieder ein Volltreffer gewesen sein. Waren 4500 Zuschauer im ersten Jahr (Stargast war der persische Popstar Ebi) schon respektabel, strömten 2008 (Stargast: Chris de Burgh) und 2009 (Stargast: Roger Hodgson) jeweils mehr als 11.000 Besucher, viele von ihnen mit randvollen Picknickkörben ausgestattet, in den Kurpark hinter dem Lenné-Pavillon des Aachener Casinos.

Das klassische Projekt „Grün auf Grün” - Evergreens auf der Kurgartenwiese - ist längst zur etablierten Kult(ur)veranstaltung, zum vielbesuchten Kulturfest(ival) geworden. Das dürfte bei der vierten Auflage vom 3. bis 5. September so bleiben. „Die Kurpark Classix gehören mittlerweile zum Leben dieser Stadt”, sagt ihr Mit-Initiator, Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch. „Wir haben am Programmschema nichts geändert - warum auch?”

Eben. Zum Auftakt gibts diesmal französisches Flair, wenn zur traditionellen „Night at the Opera” Werke unter anderem von Georges Bizet, Jules Massenet, Charles Gounod und Jacques Offenbach auf dem Programm stehen. Zum internationalen Ensemble am französischen Abend zählen der koreanische Tenor Yikun Chung, die schweizer Mezzosopranistin Leila Pfister und der kanadische Bass Randall Jakobsh, alle Mitglieder des Aachener Opernensembles, und die junge rumänische Sopranistin Teodora Gheorghiu.

Einen besonderen Bezug zu Frankreich hat auch der diesjährige Star-gast des Crossover-Konzerts, Dionne Warwick: Ihren ersten Auftritt hatte die amerikanische Soul-Legende 1963 im Olympia-Theater in Paris - wo sie von keiner Geringeren als Marlene Dietrich auf die Bühne geholt wurde.

Dionne Warwick - Klassik trifft in diesem Jahr also auf Soul. Egal, welche Begeisterung die 69 Jahre alte, fünffache Grammy-Gewinnerin dabei auch versprühen mag, beim Konzert „Classix & Friends” gibt es keinen Hauptdarsteller, betont Mourad: „Unser Sinfonieorchester ist wahrlich keine Begleit-Schrammel-Kombo.”

Der letzte ist dann zugleich auch der ereignisreichste Tag: Das 2009 ins Leben gerufene „Familienfrühstück”, dessen Erlös dem Hilfsfonds „Nele und Hanns Bittmann e.V.” für notleidende Kinder in der Region Aachen zugute kommt, startet auch in diesem Jahr ab 9 Uhr im Lenné-Pavillon.

Familiär bleibt es auch danach: „Malte will mitspielen” nennt sich die musikalische Stellensuche mit dem Sinfonieorchester und dem Kinderfernseh-Star Malte Arkona, der die Veranstaltung auch schon in den vergangenen Jahren moderiert hat. Der stellvertretende Generalmusikdirektor Daniel Jakobi leitet das eigens für die Kurpark Classix geschriebene Konzert.

Bei der „Last Night” hat das Publikum später selbst die Wahl: Nach dem Violinkonzert von Jean Sibelius, gespielt von der jungen, hochbegabten Geigerin Rebekka Hartmann, entscheiden die Zuschauer, wie es weitergeht - mit der „Symphonie fantastique” von Hector Berlioz, mit Gustav Holsts „Die Planeten” oder mit der „Rheinischen Sinfonie” von Robert Schumann. Der große Kracher kommt wie immer ganz am Schluss: das fulminante Feuerwerk.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert