Kurpark Classix: Nur das Wetter muss noch mitspielen

Von: Christopher Gerards
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Sie freuen sich ganz besonders
Sie freuen sich ganz besonders auf die diesjährige Ausgabe der Aachener Kurpark Classix: Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch (rechts), Veranstalter Christian Mourad (links) und die stolze Riege der Sponsoren, die mit ihrem großzügigen Engagement das Ereignis in dieser Form erst möglich machen. Für alle Veranstaltungen gibt es noch Karten. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Es ist laut im Aachener Kurpark. Hämmer schlagen auf Metall, Kabel knallen auf den Boden, Gabelstapler rollen über den Kies. Es zischt, kracht, piepst, Baustellenlärm erklingt zwischen all den Bäumen.

Bis Freitagnachmittag wird er noch anhalten und die Idylle im Park durchziehen. Doch abends schon erklingen hier andere Töne, melodischere. Denn dann starten die fünften Kurpark Classix im schönen Grün an der Monheimsallee.

Veranstalter Christian Mourad beschäftigt in diesen Tagen vor allem ein Thema: das Wetter. Zwei, drei Mal täglich schaut er sich die Prognosen derzeit an. „Ich bin zwar kein Wetterfrosch, aber ich glaube, dass es überwiegend schön wird”, sagt Mourad. Drei Tage dauert das Festival, am Sonntag, so Mourad, gibt es eventuell leichten Regen. „Als Veranstalter ist man natürlich immer ein bisschen in Sorge, gerade wegen den Ereignissen in den letzten Tagen. Aber ein Unwetter wird es unter Garantie nicht geben”, sagt Mourad mit Blick auf die Katastrophe des Pukkelpop-Festivals in Hasselt.

Mehr als 10.200 Tickets haben die Veranstalter schon jetzt verkauft, im Vorjahr waren es insgesamt 9800. „Unser Ziel ist eigentlich schon erreicht”, meint Mourad, „man hofft natürlich immer auf den einen oder anderen Zuschauer mehr.”

Platz haben sie genug, sowohl auf, als auch neben der Tribüne: Am Montag, um 6 Uhr in der Frühe, rückten bereits die ersten Sattelzüge voll Material an. Mit an Bord: Stahl en masse. „Alleine die beiden Tribünenanlagen bestehen aus 22 Tonnen reinem Stahlbau”, sagt Max Kaiser, der den Aufbau überwacht. Dabei sind sie im Vergleich zum Vorjahr noch etwas schmaler geworden, bieten nun 1300 Musik-Liebhabern Platz.

Die Wiesen-Zuhörer dürfte es freuen: „Dadurch entstehen noch bessere Sichtlinien für die Picknick-Plätze auf der Wiese”, erklärt Mourad. Karten gibt es noch für alle Tage, auf der Tribüne, und auch nebenan auf dem Rasen. Einzige Ausnahme: Am Samstagabend wird Stargast Roger Cicero, der am Freitag anreist, gemeinsam mit dem Aachener Sinfonieorchester swingen. Da wundert es nicht, dass die Tickets für die Tribüne vergriffen sind.

Vor allem auf die Sinfoniker wartet mit vier Auftritten an drei Tagen ein ziemlich straffes Programm: Freitags bei der „Night at the Opera” geht es los. Am folgenden Samstag dann stehen sie gemeinsam mit Roger Cicero auf der Bühne. Sonntags greifen sie morgens und abends bei den „Classix for Kids” und der „Last Night” zu den Instrumenten. „Das ist für jedes Orchester und jeden Dirigenten eine Herausforderung”, sagt GMD Marcus R. Bosch.

Am Sonntagabend jedoch darf zumindest er sich zurücklehnen und das große Abschlussfeuerwerk bestaunen. Dann nämlich übergibt der Generalmusikdirektor den Taktstock an Oberbürgermeister Marcel Philipp und schlüpft in die Zuhörerrolle. Im nächsten Jahr wird nämlich Classix-Vater Bosch nicht mehr auf der Bühne stehen, stattdessen am Nürnberger Theater dirigieren. Wehmut verspürt Bosch aber nicht: „Ich wäre nur wehmütig, wenns nicht weitergehen würde. Wenn so ein Festival es geschafft hat, dass es zur Tradition wird, dann kann man loslassen”, meint Bosch, dem bei einem Spaziergang durch den Kurpark einst die Idee zu den Classix kam.

Tradition hat gewissermaßen auch der Auftritt von Kika-Moderator Malte Arkona. Er wird in diesem Jahr zum vierten Mal auf der Bühne stehen und das „Quiz mit Malte” moderieren. Die Aachener Sinfoniker spielen klassische Lieder auf der Bühne, die kleinen Musikfreunde im Publikum erraten, um welches Stück es sich handelt. Und auch sonst steht der Sonntagmorgen ganz im Zeichen der Familie: Bereits um 9 Uhr beginnt das Familienfrühstück. Der komplette Erlös kommt der Aktion „Menschen helfen Menschen” unserer Zeitung zugute.

Auch auf der Bühne tummeln sich am Sonntagmorgen die „Kleinen”: Denn schon bevor die Profis auf ihren Geigen, Oboen und Trompeten loslegen, zeigt die Streicherklasse der Gemeinschaftsgrundschule Schönforst, was sie drauf hat. „Die waren im letzten Jahr so gut und hatten so viel Spaß dabei, dass wir gesagt haben, wir machen das noch mal”, erklärt Mourad.

Übrigens: Mit der Familienkarte der Städteregion gibts in diesem Jahr ermäßigten Eintritt, Kinder der Inhaber können die Konzerte sogar gratis besuchen.

Unterdessen laufen die Arbeiten im Hintergrund auf Hochtouren. Die Bühne mit dem weißen Runddach steht schon, vor ihr die Tribüne mit den vielen blauen und schwarzen Stühlen. Nun kümmern sich die Arbeiter um Licht und Lautsprecher. Es ist ein kleines Durcheinander mit all den Kabeln, Kisten und schweren Gabelstaplern. Und die hinterlassen Spuren, vor allem auf den Wegen im Kurpark. Mourad hat daher neuen Kies geordert, der am Freitagnachmittag eintreffen wird. Samstag um 11 Uhr wirds aber schon leiser, dann nämlich beginnt die Generalprobe auf der Bühne. Danach stehen Feinarbeiten auf der Agenda.

Soweit der Aufbau, doch das Material-Ungetüm will auch wieder aufgeräumt werden. Einige Tage dürfte das dauern, sagt Mourad, kann jedoch eines versichern: „Am Mittwoch sieht der Kurpark wieder so aus, als wäre nichts gewesen.”
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