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Kunst feiert ihren 1.000.051. Geburtstag in Monschau

Von: Eckhard Hoog
Letzte Aktualisierung:
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Zusammen mit Gabriele Prill organisiert er die Feier zum 1.000.051. Geburtstag der Kunst am 17. Januar in Monschau: der Aachener Künstler Karl von Monschau. Foto: Andreas Herrmann

Monschau. Der 17. Januar 2014 ist wieder ein überaus hoher Feiertag. Die Kunst nämlich feiert ihren 1.000.051. Geburtstag. Eingefleischte Kunstfreunde, und nicht nur die, begehen das stolze Ereignis auf der ganzen Welt – in Tokio ebenso wie in New York oder Sydney. Ein Teil davon mag sogar wissen, wo der Festtag seinen Ursprung hat: in Aachen.

Angemessen gefeiert wird das Ereignis in diesem Jahr in Monschau – organisiert von einem Impresario mit beziehungsreichem Namen: Karl von Monschau. Der in Aachen lebende, auf der Burg Monschau 1944 geborene Künstler, Mitbegründer des Neuen Aachener Kunstvereins, lud bereits im letzten Jahr zum „Art’s Birthday“ ein: damals am Ursprungsort, im Ballsaal des Alten Kurhauses in Aachen, der ehemaligen Neuen Galerie – Sammlung Ludwig.

„Art’s Birthday“, so heißt der Feiertag traditionellerweise international. Zwar hat ihn der französische Fluxus- und Happening-Künstler Robert Filliou (1926-1987) an seinem eigenen Geburtstag am 17. Januar bereits im Jahr 1963 proklamiert, allerdings mehr oder weniger für sich allein im stillen Kämmerlein, damals als – vermutlich gefühlten – einmillionsten Geburtstag der Kunst. Doch richtig groß raus kam das Jubiläum erst zehn Jahre später mit der ersten gebührenden Feier: am 17. Januar 1973 in der Neuen Galerie – Sammlung Ludwig von Wolfgang Becker bei einer zünftigen Fete im Ballsaal des Alten Kurhauses. Filliou selbst entzündete die Kerzen auf der Geburtstagstorte.

Sondersendungen im Radio

Dabei ist das witzige Ereignis durchaus kein Witz: Zum 1.000.051. Art‘s Birthday präsentiert zum Beispiel die Klangkunst-Redaktion von Deutschlandradio Kultur am 17. Januar ab 20.00 Uhr zwei neue Hörstücke aus Skandinavien: einen akustischen Boxkampf, inszeniert von Hanna Hartman, und einen hörbaren Einblick in die Kommunikation von Säugetieren, via Ultraschall belauscht von Jana Winderen. Abgerundet wird der Abend durch eine Klangperformance des kanadischen Audiokünstlers Nicolas Bernier. SWR2 übertragt ab 22.15 Uhr aus dem E-Werk Freiburg eine Soundsession von Klangkünstlern aus Freiburg, Karlsruhe, Basel und Straßburg.

Klang soll auch die Hauptrolle spielen bei der Fete in Monschau, die am 17. Januar an drei Orten abgefackelt wird: ab 16.00 Uhr im Künstlercafé Weekend – hier gibt der in Stolberg aufgewachsene walisische Gitarrist und Sänger Gerald David Jones ein Konzert –, ab 17.00 Uhr in der Galerie Beumers im Tuchschererhaus – hier gibt es ein Kammerkonzert mit Werken von Mozart, Beethoven und Schubert –, ab 18.00 Uhr im Aukloster. Hier spielt der Monschauer Musiker Markus Berzborn ein einstündiges Stück von Erik Satie, dazu tanzen wird die italienische Tänzerin Annalisa Derossi.

Der Höhepunkt der Geburtstagsfeier geht ab 20 Uhr über die Bühne: Die legendäre, 1969 in Aachen gegründete progressive Rockband Rufus Zuphall packt wieder einmal ihre Instrumente aus und gibt weit mehr als nur ein Geburtstagsständchen zu Ehren der Kunst. Die Moderation hat der Monschau- und Eifel-affine Kabarettist Hubert vom Venn.

Schirmherrin im Übrigen ist die Kunst-affine Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter, die sich schon 2013 einen Art’s Birthday in ihrer Stadt gewünscht hat.

Aus Stadt und Land erreichten bereits Glückwunschkarten Karl von Monschaus Aachener Atelier an der Promenadenstraße: „Art Mails“ – der Aufruf dazu findet sich auf Facebook, Stichwort „Geburtstag der Kunst“. Erstaunlich, was die Postboten da alles zugestellt haben: sogar Betonscheiben in Briefumschlägen, bestickte, beklebte und perforierte, irgendwie gerade noch „postähnlich“ aussehende Objekte.

Die nummerierten Eintrittskarten zum Event (Abendkasse 13 Euro, Vorverkauf Galerie Ramrath, Aachen, Pontstraße 22, sowie Monschau Touristik) berechtigen dazu, eine der entsprechend nummerierten Mail Arts kostenlos als Souvenir ab 21.00 Uhr in Empfang zu nehmen. Solange Objekte vorhanden sind, versteht sich.

Karl von Monschau blickt indessen selbst einem großen Geburtstag entgegen: am 26. April wird der Mann, den seine Eltern noch Karl Winter nannten, der zwischenzeitlich Pseudonyme wie Carlo Kritzelino und K. H. Rabbeldikotz führte, 70 Jahre alt. Robert Filliou hätte seinen Spaß gehabt.

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