Aachen - „Kunst aus NRW”: Junge Kunst, die aus dem Rahmen fällt

„Kunst aus NRW”: Junge Kunst, die aus dem Rahmen fällt

Von: Christoph Hahn
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„Ich bin keine Fotografin - ich arbeite mit Fotografie”: Anne Pöhlmann in der Alten Reichsabtei Kornelimünster, wo sie mit Florian Meisenberg bis zum 23. September ausstellt. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Sie sind vielversprechende Künstler auf dem Sprung zur Größe: Die Träger des NRW-Förderpreises, die regelmäßig im Mittelpunkt von Ausstellungen der in der Alten Reichsabtei untergebrachten Sammlung „Kunst aus NRW” in Aachen-Kornelimünster stehen.

Zwei von ihnen, Anne Pöhlmann und Florian Meisenberg, die den Preis 2010 erhielten, können die Besucher jetzt in der neuen Präsentation durch ihre Werke kennenlernen.

Unterschiedlicher könnten Pöhlmann und Meisenberg eigentlich kaum sein. Aber erstens macht das den Reiz der neuen Schau aus und zweitens belegt das Mit- wie das Gegeneinander der 34- und des 32-Jährigen, dass Kuratorin Maria Engels es mit ihrem Versprechen („Bei uns gibt es ganz viel ganz junge Kunst”) ernst meint.

Freilich sind weder die Werke Meisenbergs noch die mit den Mitteln der Fotografie geschaffenen Bilder der gebürtigen Dresdenerin Pöhlmann, die an der Kunstakademie Düsseldorf unter anderem bei Thomas Ruff studiert hat, fürs schnelle Hingucken gemacht.

Bei dem gebürtigen Berliner Meisenberg, der an der Kunstakademie Düsseldorf bei Peter Doig studiert hat und dessen Weltmeisterschüler ist, liegt darin schon eine gewisse Gefahr: Anleihen an populäre Bildsprachen wie der des Comics sind unübersehbar. Aber der Künstler steuert dem mit einer kräftigen Dosis Vertracktheit gegen.

So hängt er Fahnen in den zentralen Saal der Reichsabtei, die freilich nicht Gegenstand für patriotische Gefühle sein können: Auf den Bannern erkennt man einen Kopf mit Schnurrbart und Baskenmütze und solistisch losgelösten Augen. Damit nicht genug der verfremdenden Effekte: Die Flaggen hängen von hundsordinären Besenstielen in den Raum.

Anne Pöhlmann stellt direkt klar: „Ich bin keine Fotografin - ich arbeite mit Fotografie.” Ebenfalls einleuchtend ihre zweite These: „Im Prinzip sind das alles Stillleben.” Recht hat sie. Dennoch macht das nicht allein ihre Kunst aus: Auch das Serielle, die Mehrteiligkeit, innerhalb derer ein Bildmotiv durchbuchstabiert wird wie die Töne B-A-C-H im Verlauf einer Sonate, ist wichtig.

Miteinander verbundene Pyramiden, Gegenstände, die wie das Stativ zum Handwerkszeug der Fotografen gehören: Pöhlmanns Sequenzen funktionieren mit diversen Sujets. Und es ist immer noch mehr da: Bilder, die sie - befreit von Rahmen - regelrecht auf die Wand geklebt hat, zeigen Darstellungen, die vor dem Verschwinden zu stehen scheinen - ein romantisches Thema, wiederbelebt mit den Mitteln der Moderne.

Pöhlmann und Meisenberg zeigen ihre Bilder bis zum 23. September in der Alten Reichsabtei in Aachen-Kornelimünster, Abteigarten 6. Die Ausstellung wird am Samstag um 16 Uhr eröffnet.

Öffnungszeiten: dienstags und mittwochs 10 bis 13 und 15 bis 17 Uhr, samstags 15 bis 18 Uhr, sonntags 12 bis 18 Uhr.

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