Kulturhauptstadt 2018: Ein starkes Signal für Maastricht

Von: Hermann-Josef Delonge
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Maatricht Kulturhaupstadt
Kulturhauptstadt 2018: Neben Maastricht mit den Partnern aus der Euregio sind noch Eindhoven und Leeuwarden im Rennen.

Maastricht/Euskirchen. Von einem „starken Signal“ war am Freitag die Rede, und das gleich in mehrere Richtungen. Die Zweckverbandsversammlung der Region Aachen hat am Freitag in Euskirchen den finanziellen Beitrag der deutschen Partner für das Projekt „Kulturhauptstadt Europa 2018“ abgesegnet.

Selbstverständliche Voraussetzung: Maastricht als federführende Kommune im laufenden Bewerbungsverfahren erhält am 6. September den Zuschlag. An diesem Tag wird die Jury bekanntgeben, welche niederländische Stadt den Titel erhält. In der Woche zuvor wird sich die Jury vor Ort davon ein Bild machen, wie die Vorbereitungen laufen, und das Konzept dezidiert unter die Lupe nehmen.

Zur Erinnerung: Neben Maastricht mit den Partnern aus der Euregio sind noch Eindhoven und Leeuwarden im Rennen. Utrecht und den Haag sind hingegen in der ersten Runde ausgeschieden.

80 Millionen Gesamtkosten werden von der niederländischen Stiftung , die die Bewerbung vorantreibt, für die Planung und die Umsetzung der Kulturhauptstadt veranschlagt. Auf vier Säulen steht das Finanzkonzept: 20 Millionen trägt die Provinz Niederländisch-Limburg (das Parlament hat den Betrag bereits bewilligt), 20 Millionen die Stadt Maastricht (ebenfalls per Ratsbeschluss bewilligt), 20 Millionen sollen ab dem kommenden Jahr von Sponsoren eingeworben werden, 20 Millionen bringen die euregionalen Partner auf.

Die Zusagen der beteiligten Kommunen in Belgien und den Niederlanden liegen vor, am Freitag also zog die deutsche Seite nach. Die soll insgesamt fünf Millionen Euro beisteuern; laut Basisrechnung kommen davon zwei Millionen von der Stadt Aachen und drei Millionen vom Zweckverband Region Aachen. Der städtische Betriebsausschuss hat dem bereits zugestimmt. Allerdings werden die Summen am Ende aller Voraussicht nach nicht so hoch sein, denn das Land NRW und der Landschaftsverband Rheinland (LVR) haben bereits Unterstützung signalisiert.

Das Land könne sich vorstellen, dass für die Region die gleiche Regelung wie für die Kulturhauptstadt Ruhr 2010 gelten könnte, hieß es am Freitag in Euskirchen. Düsseldorf würde dann durch eine Sonderzahlung „zwei Euro je Einwohner auf der Ebene der Gebietskörperschaften“ zur Verfügung stellen. Der Kulturausschuss des Landtags hat sich bereits in diese Richtung positioniert, nun folgen die Verhandlungen mit dem maßgeblichen Finanzminister. Beim LVR wurde ein Unterstützungsantrag über 500.000 Euro eingereicht.

Der Beschluss der Zweckverbandsversammlung erfolgte am Freitag unter der Voraussetzung, dass diese Zuschüsse fließen. Die Rechnung für die vorgesehenen fünf Millionen sähe dann so aus: Der Landeszuschuss würde sich auf 2,556 Millionen Euro belaufen, 500.000 kämen vom LVR.

Für die deutsche Seite der Euregio blieben 1,944 Millionen Euro. Davon würde die Stadt Aachen eine Million tragen, der Zweckverband Region Aachen 944 000 Euro – also je 236.000 von den Kreisen Heinsberg, Euskirchen, Düren sowie von der Städteregion Aachen. Das Geld würde über sechs Jahre gestreckt (also 2014 bis 2019) fällig.

35 Prozent würden direkt an die Stiftung gehen – für Organisation und Öffentlichkeitsarbeit. Die Mittel von Stadt und Region für das konkrete Programm sollen zusammengefasst werden, 60 Prozent für das Kernprogramm (also Projekte, die laut Bewerbung von zwei euregionalen Partnern oder mit anderen europäischen Ländern durchgeführt werden) und 40 Prozent für das Lokalprogramm (Projekte vor Ort).

Auffällig in dieser Aufzählung ist der ständige Gebrauch der Konjunktivform, denn natürlich steht das ganze Konzept unter dem Vorbehalt des Zuschlags am 6. September. Dafür wird derzeit schwer gearbeitet im Maastrichter Projektbüro unter der Leitung von Guido Wevers, dem künstlerischen Leiter der Bewerbung, und Huub Smeets, dem Vorsitzenden der Stiftung.

Bis Ende des Monats muss die letzte Fassung des „Bid Books“, also des Bewerbungsdokuments, vorliegen. Dort sollen die „europäische Dimension der Bewerbung“ vertieft und die „partizipativen Ansätze“, also die Beteiligung der Bürger, ausgearbeitet werden.

Es gibt also noch einiges zu tun. Vor diesem Hintergrund sollte der einstimmige Beschluss am Freitag in Euskirchen dokumentieren, dass die deutsche Seite dabei ist, das zitierte „starke Signal“ in Richtung Maastricht und Jury, aber auch in Richtung Land und LVR als Zuschussgeber zu senden.

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