Maastricht - Kulturhauptstadt 2018: Bald gibt es Gewissheit

Kulturhauptstadt 2018: Bald gibt es Gewissheit

Von: Hermann-Josef Delonge
Letzte Aktualisierung:
Maatricht Kulturhaupstadt
Nächste Woche fällt die Entscheidung, ob die Stadt Maastricht Kulturhauptstadt 2018 wird.
6122542.jpg
Huub Smeets ist einer der beiden Fädenzieher, der Maastricht bei der Wahl zur Kulturhauptstadt eingebracht hat.
6122545.jpg
Endspurt: Guido Wevers will, das Maastricht auserkoren wird.

Maastricht. Die Woche der Entscheidung beginnt. Maastricht und Partner setzen ganz auf die europäische Dimension. Guido Wevers und Huub Smeets betonen, sie seien nicht nervös. Denn: „Mehr hätten wir nicht tun können.“ Mit gutem Willen kann man ihnen diese demonstrative Gelassenheit abkaufen, man muss es aber nicht.

Denn etwas ab- und angespannt wirken beide Herren durchaus an diesem Vormittag im Obergeschoss des Centre Céramique im Maastrichter Stadtteil Wyk. Hier laufen die Fäden für die Bewerbung von Maastricht und Partnern aus der Euregio als Europäische Kulturhauptstadt 2018 zusammen, für die Wevers, der künstlerische Leiter, und Smeets, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Via 2018, stehen wie niemand anders. Am Freitag werden sie in Amsterdam erfahren, ob ihre Arbeit erfolgreich war.

Da kann man durchaus mal nervös werden. Die Woche der Entscheidung also. Am Mittwoch reist ein Teil der Jury an, um sich vor Ort ein Bild zu machen – vier Personen, die am Montag bereits in Leeuwarden in Friesland und am Dienstag in Eindhoven sein werden, den beiden verbliebenen Konkurrenten, nachdem in der ersten Bewerbungsrunde Den Haag und Utrecht ausgeschieden waren. Die Jurymitglieder werden in Maastricht sicher etwas von dem bunten Happening auf dem Vrijthof mitbekommen. Sie werden nach Lüttich fahren und nach Genk, ein Abstecher nach Deutschland ist wegen des engen Zeitplans nicht vorgesehen. Sie sollen einen Eindruck davon bekommen, dass die Komplexität einer Bewerbung von 13 Partnern aus drei Ländern mit drei verschiedenen Sprachen, Mentalitäten und historischen Hintergründen nicht nur möglich ist, sondern einmalige Chancen birgt.

„Wobei wir uns der Risiken dieser Konstruktion immer bewusst waren“, sagen Smeets und Wevers. Auf diese hatte auch die Jury nach der ersten Runde hingewiesen. Wohl auch als Reflex darauf ist die Bewerbung nun etwas schärfer auf Maastricht zugeschnitten worden, mit Bürgermeister Onno Hoes als klar positioniertem Kopf vorneweg. „Aber letztlich“, sagen Wevers und Smeets, „hängt alles davon ab, ob die Jury uns glaubt, dass diese euregionale Konstruktion nicht nur funktioniert, sondern als unser Alleinstellungsmerkmal unschlagbar ist. Wir sind davon überzeugt.“ Alles andere wäre ja auch eine Überraschung.

Über diese Idee wollen sie reden – und nicht so viel über ihr Budget (80 Millionen, davon 20 Millionen von der Provinz Niederländisch Limburg, 20 Millionen von Maas- tricht, 20 Millionen von Sponsoren und 20 Millionen von den euregionalen Partnern) oder das der Konkurrenten (Eindhoven: rund 135 Millionen, Leeuwarden: rund 50 Millionen). Also: „Wir verstehen die Euregio als ein europäisches Kernland, als eine Modellregion. Wir wollen zeigen, was sie sein will und sein kann. Das ist die Geschichte, die wir zu erzählen haben. Wir glauben, dass sie gut ist.“

Nun muss nur noch die Jury das so sehen. Gelegenheit, sie davon zu überzeugen, besteht vor allem am Freitag kommender Woche in Amsterdam. Dann wird das Organisationsteam sein Konzept der 13-köpfigen Jury (sechs Vertreter der Niederlande, sieben der EU) präsentieren und im Gespräch vertiefen. Eindhoven und Leeuwarden sind am Tag zuvor dran. Die Entscheidung fällt dann am Freitagnachmittag, irgendwann zwischen 16 und 17 Uhr. Man kann die Verkündung live auf einer Großleinwand auf dem Vrijthof verfolgen. Anschließend wird gefeiert – so oder so.

Mit dem zweiten „so“ wollen sich Smeets und Wevers nicht länger beschäftigen, wobei: Natürlich gibt es einen „Plan B“, natürlich soll all das, was bislang im Bewerbungsverfahren schon angeschoben wurde, nicht verpuffen. Guido Wevers, der sehr viel unterwegs war in den vergangenen langen Monaten, sagt, er habe das ganz konkret erfahren. „Die Euregio ist für mich zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Diese Erfahrung hat mein Leben verändert.“ Huub Smeets ist da eher nüchtern. „Es war viel schwerer, als ich gedacht habe, diese Idee zu transportieren. Sie liegt nicht in der Natur der Menschen, die hier leben. Das aber zeigt umso deutlicher, wie notwendig diese europäische Dimension unserer Bewerbung ist.“

Wenn der Zuschlag da ist und das Konzept handfester wird (und werden darf), dann, davon sind Smeets und Wevers überzeugt, wird es auch leichter, die Bürger der Euregio mit dieser Idee zu infizieren. Bislang steht sie nur auf dem Papier. Es wird Zeit, dass sie in die Köpfe kommt. Zuerst in die der Jurymitglieder und dann, wenn alles gutgeht, in die der Menschen zwischen Lüttich, Hasselt, Maastricht, Aachen und St. Vith.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert