Kulturfestival Euriade will „in die Tiefe” gehen

Von: Stefan Schaum
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Aachen/Kerkrade. Das Laute, Kurzlebige, Effektheischende sollen andere machen. „Wir sind ein total anderes Festival”, sagt Werner Janssen, Intendant des Internationalen Kultur- und Wissenschaftsfestivals Euriade. Eines, bei dem grenzübergreifende Begegnungen von Mensch zu Mensch im Mittelpunkt stehen sollen.

„Wir bieten auch Momente der Stille an, bei denen Besucher sich in kleinen Räumen begegnen und wirklich intensiv miteinander in einen Dialog treten können. Das soll in die Tiefe gehen, nicht in die Breite.” Da liegt die Wahl der diesjährigen Trägerin der im Rahmen der Euriade verliehenen Martin-Buber-Plakette nahe: Prinzessin Irene der Niederlande, die in ihren Büchern eine Verbundenheit in der Gesellschaft einfordert.

Zwar ist die Verleihung der Plakette am Freitag, 8. Oktober, in der Kerkrader Abtei Rolduc der Höhepunkt des Festivals, doch finden zuvor und auch danach bis zum 11. Dezember zahlreiche Konzerte, Ausstellungen und Diskussionsforen im Dreiländereck statt. Janssen: „Wir suchen dabei bewusst Auftrittsorte aus, die eine Nähe erlauben, an denen Künstler dicht an ihrem Publikum sind und wirklich ein intesiver Kontakt stattfinden kann.”

So wird etwa Klaus Maria Brandauer, ebenfalls ein Träger der Martin-Buber-Plakette, am Donnerstag, 7. Oktober, um 20 Uhr im Ballsaal des Alten Kurhauses in Aachen Texte von Luis Buñuel lesen. Am Dienstag, 16. November, ist dort um 20 Uhr Erika Pluhar zu Gast. Sie singt „Lieder vom Himmel und der Erde” und wird zuvor mit der Euriade-Ehrennadel ausgezeichnet.

Ebenfalls immer wieder im Fokus: die Jugend. „Sie steht sogar im Mittelpunkt der Euriade”, sagt Janssen. Vom 7. bis zum 13. November werden sich junge Menschen aus vielen Ländern in der Euregio begegnen. Um Miteinander zu reden, sich intensiv kennenzulernen. Um einen Weg zueinander zu finden. „Da treffen sich Schüler aus Israel und aus Palästina, aus Russland und Georgien. Muslime und Christen tauschen sich aus und zeigen dabei, dass es nur ein Miteinander gibt. Da passiert was mit den jungen Menschen.”

Das Programm

Schüler aus der Region können sich noch für ein Symposium im Kerkrader Kasteel Erenstein anmelden. Am Montag, 4. Oktober, geht es dort von 13 bis 17 Uhr im Dialog mit Ärzten und Schulleitern um „Leben in Würde und Verbundenheit”.

Texte für den Literaturwettbewerb „Jugend im Wort” können bis zum 15. Oktober eingereicht werden. Am Sonntag, 7. November, werden die Preisträger um 15 Uhr im Kasteel Erenstein vorgestellt.

Musikalisch geht es mehrfach zu: So spielt der italienische Pianist Andreas Bonatte am Freitag, 29. Oktober, um 20 Uhr, im Alten Kurhaus Aachen Werke von Liszt. Dort sind am Donnerstag, 4. November, um 20 Uhr Pianist Pavel Gililov und Cellist Ivan Monighetti mit Werken von Chopin und Schumann zu hören. Und am 2. Dezember präsentieren dort Janssen und Andreas Frölich (Klavier) ihre neue CD, die die Sehnsucht Chopins in Wort und Musik zum Thema hat.
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