Düsseldorf - Künstler-Filmarchiv in Düsseldorf gegründet

Künstler-Filmarchiv in Düsseldorf gegründet

Von: dpa
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50 Jahre Kunstgeschichte eingerahmt in 100 Dokumentationen: Zur Eröffnung des größten Künstler-Filmarchivs Deutschlands in Düsseldorf zeigt das NRW-Forum vom 8. bis 11. April die filmische Ausstellung „Von Joseph Beuys bis Bill Viola”. Foto: dpa

Düsseldorf. Ein umfangreiches Archiv für Künstler-Filme ist in Düsseldorf gegründet worden.Bis zum Sonntag stellt es sich der Öffentlichkeit vor.

Der bereits angesammelte Bestand von mehr als 130 Dokumentationen aus gut 50 Jahren Kunstgeschichte mache das „Institut für Kunstdokumentation und Szenografie” (IKS) zum größten Medienarchiven der Bildenden Kunst in Deutschland, sagte der Leiter Ralph Goertz am Mittwoch. Das private IKS finanziere sich durch die Produktion von Filmen über Künstler für das Ausstellungsprogramm von rund 25 Museen im In- uns Ausland sowie über den Verkauf von Kunst-DVDs, erklärte Goertz. Viele Filme seien auch für Fernsehsender wie arte, 3sat und ZDF entstanden.

Mit der Präsentation von rund 100 Filmen unter dem Titel „Von Joseph Beuys bis Bill Viola” stellt sich das neue Archiv bis zum Sonntag der Öffentlichkeit in der NRW-Landeshauptstadt vor. Als Dokumente sind TV-Interviews des mediengewandten Beuys ebenso zu sehen wie Kunst-Aktionen des legendären „Sprayers von Zürich” oder Gespräche in den Ateliers des Fotostars Andreas Gursky und des Malers Jörg Immendorff.

„Der Zuschauer soll erfahren, welcher Mensch hinter der Kunst steckt”, beschreibt der IKS-Leiter den Zweck der Dokumentation. „Wenn ein Künstler über seine Kunst vor der Kamera spricht, ist das eine wichtige Quelle für die Kunstgeschichte.”

Zudem arbeite das Institut auch mit Langzeit-Projekten bei der Vermittlung von Kunst. „Wir versuchen früh herauszufinden, gibt es in der Szene talentierte Künstler, die wir jetzt schon kontaktieren”, sagte Goertz.

Bei Klassikern der Kunstgeschichte von Monet bis Feininger begebe sich das Team mit der Kamera auf Spurensuche zu den Schauplätzen im Lebenswerk des jeweiligen Künstlers. Das IKS bietet damit nach Angaben seines Leiters als einzige derartige Institution in Deutschland einen „Brückenschlag zwischen Dokumentation, Vermittlung und Kunstmarketing”.

Aber auch das höchst unterschiedliche Verhalten der Künstler vor der Kamera werde in dem Institut medienkritisch erforscht. IKS-Chef Goertz: „Beuys zum Beispiel war da ein großer Schauspieler.”

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