Aachen - „Krypteria”: Sensationell im Alten Schlachthof

„Krypteria”: Sensationell im Alten Schlachthof

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
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Mit einem grandiosen Konzert hat die Aachener Formation Krypteria am Wochenende die Konzerttauglichkeit der ehemaligen Schlachthalle des alten Schlachthofs unter Beweis gestellt. Aachen dürfte damit jetzt eine neue Adresse für Konzerte, Party und Veranstaltungen haben. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Von wegen Perlen vor die Säue. Im Gegenteil! Bejubelt haben im Alten Schlachthof an der Metzgerstraße ungezählte Hardrock-Fans am Wochenende einen sensationellen Auftritt der Aachener Formation «Krypteria».

Damit ging zum ersten Mal in der über hundertjährigen Geschichte der ehrwürdigen Schlachthallen ein Rockkonzert in den denkmalgeschützten Gebäuden über die Bühne.

Eine riesige Herausforderung für das versierte Ton- und Lichttechnik-Team um Showlight-Chef Bernd Krumbach: „Wenn man eine so große und hohe Halle bespielt, die noch niemals zu einem solchen Zweck genutzt wurde, ergeben sich automatisch reihenweise Herausforderungen, die man nur mit viel Erfahrung lösen kann”, erklärte Krumbach.

Starkstromversorgung, Schwerlast-Traversensysteme für zig hängende Scheinwerfer und Lautsprecherboxen, der filigrane Bühnenaufbau alles musste eigens auf die ungewöhnliche Konzerthalle abgestimmt werden. „Nur mit technischen Tricks kann man etwa den Hall des gewaltigen Rocksounds so eindämmen, dass der Klang der Band letztlich satt und saftig beim Publikum ankommt”, sagte der Technik-Boss.

Experiment gelungen

Schon kurz nach Show-Beginn nach heftig beklatschten Auftritten des Aachener Hardrock-Quartetts „Harper” und der Bochumer Deutschrock-Truppe „Artig” war klar, dass das Experiment gelingt. Mit enormer Energie stürmte „Krypteria” ins Rampenlicht.

Frontfrau Ji-In Cho mit himmlischen Posen und teuflisch guter Stimme testete mit Bassist Frank Stumvoll, Schlagzeuger S.C. Kuschnerus und Gitarrist Olli Singer (eingesprungen für Chris Siemons) die Stabilität des morbiden Gemäuers. Schreiend-schöne Gitarren-Riffs, bahnbrechende Bass-Soli und diabolisches Drum-Feuerwerk bebten durch die Schlachthalle.

Harter Rock mit Sakralgesang-Einfluss. Alles hielt. Genauso wie die Band ihr Versprechen: In der grandiosen Kulisse klangen Songs wie „Shoot me”, „Liberatio”, „My fatal Kiss” und „Somebody save me” noch imposanter. Sie rissen das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin.

Besonders die Songs aus dem aktuellen Album der Band, „All beauty must die”, kamen grandios an. Denn: Die Atmosphäre im stimmungsvoll in mystischen Farben ausgeleuchteten Schlachthof war so schlicht wie ergreifend spektakulär. Was sicher auch dem Mischbar-Team um Tobi Klima und Kiki Stegers zu verdanken war: „Wir haben stundenlang Stahlträger, die aus dem alten Gemäuer lugten, abgeflechst und unsere Leuchttheken an das Ambiente angepasst”, erläuterte Klima. Das Ergebnis sah so grandios aus, dass man bereits über eine Fortsetzung der Konzerte nachdenkt. Die „Krypteria”-Show, von sieben Filmkameras aufgezeichnet, soll 2012 als DVD vermarktet werden.

„In diesem Alten Schlachthof steckt unheimlich viel Potenzial”, sagte Jörg Krupp vom Veranstalter-Team. Schon in der folgenden Nacht machte deswegen auch die Party-Reihe „Aachen bei Nacht” Station im Schlachthof. Aber in die Geschichte des traditionsreichen Areals im Aachener Norden wird sicher vor allem das erste Rockkonzert mit „Krypteria” eingehen.

„Das war hier ein einzigartiges Erlebnis, großartig”, lobte Hauptsponsor Andreas Schneider von NetAachen. „Diese Resonanz war gewaltig. Der Schlachthof lebt. Das ist jetzt eindeutig bewiesen”, freute sich „Krypteria”-Bassist Stumvoll, der dort schon im vergangenen Jahrtausend sein Musikstudio beheimatet hatte.

Damals gab’s drumherum mehr Säue, der Schlachtbetrieb lief noch. Kulturelle Perlen sind da inzwischen allen erheblich lieber. Und quieklebendig.
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