Krise ist für den Kunstmarkt eine Chance

Von: Gerd Korinthenberg
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Er glaubt fest daran, dass die Kölner Kunstmesse Art Cologne besser dasteht denn je: der ehemalige Galerist und Art-Cologne-Direktor Daniel Hug, der vor einem Jahr von Los Angeles nach Köln gewechselt ist. Foto: dpa

Köln. Die weltweite Wirtschaftskrise sorgt nach Meinung des neuen Direktors der Kölner Kunstmesse Art Cologne, Daniel Hug, für mehr Qualität im internationalen Kunsthandel.

„Wenn der Kunstmarkt sich einschränkt, dann bleiben nur die echten, wichtigen Sammler, die mit Liebe kaufen”, sagte Hug der Deutschen Presse- Agentur dpa. Für Werke der Klassischen Moderne und der Nachkriegskunst „gibt es immer einen starken Markt, bestimmt jetzt, weil die Preise etwas niedriger geworden sind”, meinte der 41-Jährige ehemalige Galerist, der im vergangenen Jahr aus Los Angeles nach Köln gewechselt ist.

Jeder Sammler und Galerist wisse, dass „Blue Chips” von Picasso bis Uecker selbst vor dem Hintergrund der Krise „in 20 Jahren mehr wert sind als heute”, meinte Hug. Die diesjährige Art Cologne wird vom 22. bis 26. April auf dem Kölner Messegelände geöffnet sein.

„Spekulanten sind weg”

Obwohl der Internationale Kölner Kunstmarkt in den vergangenen Jahren „nicht so trendy” gewesen sei wie die Messe-Aufsteiger in Miami oder London, habe die Art Cologne als älteste deutsche Kunstmesse „gerade jetzt ganz gute Chancen”, betonte der Schweizer mit US-Pass. „Wir hatten nie Spekulanten hier, das ist die Gruppe, die jetzt vom Markt weg ist.” Die Kölner Kunstmesse, für die Hug in diesem Jahr erstmals verantwortlich zeichnet, habe in den 70er und 90er Jahren schon zwei Kunstmarkt-Krisen überlebt, „und das ist die Stärke der Art Cologne: Es wird immer weitergehen”.

Zugunsten einer besseren Übersicht für die Besucher habe er in diesem Jahr das Aussteller-Feld auf zwei Ebenen einer neuen Messehalle um etwa 50 Teilnehmer auf lediglich rund 180 der Galeristen beschränkt, sagte der Kunstmessen-Chef: „Die Art Cologne war seit 1988 nicht mehr so kompakt.” Dennoch lägen jetzt schon mehr VIP-Zusagen von wichtigen Sammlern aus dem In- und Ausland vor.

Zudem sei es gelungen, mehrere bedeutende Galerien aus den Metropolen der Welt „mit viel Reisen und vielen Gesprächen” für die Kunstmesse in Köln wieder zurückzugewinnen, beschreibt Hug: „Und wir haben die ganz wichtigen Düsseldorfer Galerien wieder hier.” Im Vergleich zu Los Angeles, „wo Hollywood-Spielfilme die Hauptsache sind”, sei das Rheinland mit seiner „unfassbar” hohen Zahl ambitionierter Kunstliebhaber und dem dichten Netz von Museen und privaten Sammlungen „ein einzigartiger Ort”, meint der Messe-Direktor.

Auch als Enkel des bedeutenden Bauhaus-Pioniers Laszlo Moholy-Nagy fühle er sich in der Leitung der Art Cologne an der richtigen Stelle: Hier sei die eher schwer zu verstehende „progressive, abstrakte und konzeptuelle Kunst” beheimatet: „Das ist die Erweiterung und Fortsetzung der Ideen meines Großvaters.”

Art Cologne, Messegelände Köln, vom 22. bis zum 26. April, täglich von 12 bis 20 Uhr. Tageskarte: 20 Euro, Zwei-Tageskarte 30 Euro, Abendkarte (17 bis 20 Uhr) 14 Euro.
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