„Komische Käuze“: Fantasievoll und hintersinnig

Von: Christina Merkelbach
Letzte Aktualisierung:
6690999.jpg
Freche Vögel: Annette Schmidt (l.) und Anne Dauberschmidt als quirliges Duo. Foto: Harald Krömer

Aachen. Es zwitschert und krächzt im winterlichen Wald, in den das Theater K sein Foyer für die neue Produktion verwandelt hat. „Komische Käuze“ heißt das Stück, das Regisseurin Nicole Erbe frei nach der Erzählung „Der Vogelkopp“ von Albert Wendt fantasievoll, hintersinnig und sehr unterhaltsam inszeniert.

Ein armer Holzfäller (Jochen Deuticke) rettet zwei kleine Vögel (Anne Dauberschmidt und Annette Schmidt) vor dem Erfrieren. Dazu steckt er sie unter seine Wollmütze und weigert sich von nun an, diese abzunehmen. Das bringt ihm jede Menge Ärger ein. An den Vögelchen hält der Mann aber nicht nur aus Mitleid fest: Mit ihnen auf dem Kopf kann er zum ersten Mal in seinem Leben klar denken.

Nicole Erbes kreative Wurzeln liegen im Tanztheater, das zeigt sich deutlich. Denn Bewegung ist in dieser Inszenierung Programm. Die drei Schauspieler schlüpfen oft innerhalb weniger Minuten in verschiedene Rollen. Zu französischen Chansons, Klassik oder auch mal dem New-Wave-Hit „This is not a love song“ hüpfen, zappeln und rotieren sie auf der Bühne um die Wette. Ebenso gekonnt wie komisch balanciert die Tänzerin Anne Dauberschmidt auf einer Schaukel, schlägt Purzelbäume und führt einen Spagat vor. Mit rosafarbener Pumphose und weißem Häkelmützchen auf dem Kopf wird sie zu einem der beiden anarchischen Vögel, die das Leben des Holzfällers aufmischen.

Den zweiten Part übernimmt Annette Schmidt als wunderbar überdrehter Piepmatz mit gelbem Trenchcoat, getönter Sonnenbrille und Fliegerkappe, aus der wirre Haarsträhnen wie Federn hervorblitzen. Kurz darauf wird sie schon zum dauergestressten, obrigkeitsergebenen Untersekretär der Königin. Der durchkämmt im Stockdunkeln mit einer kleinen Lampe die Zuschauerbänke. „Sind hier komische Käuze anwesend?“ Das quittieren vor allem die Kinder im Publikum mit Lachen.

Jochen Deutickes Holzfäller – mit Latzhose, blauer Wollmütze und Axt – ist, obwohl vom Schergen der Königin gejagt, der ruhende Pol des Stücks. Während der Wahnsinn um ihn herum wütet, bleibt er gelassen. Tanzen darf aber auch er gleich mehrmals und als Figur „Keulen-Jimmy“ noch mit tiefem Bass grollen.

In Bewegung bleiben übrigens auch die Zuschauer, denn das Stück wird an mehreren Stellen im Theater K gezeigt. Durch geschickt eingesetzte Kulissen funktioniert das reibungslos und mit einigen Überraschungen. Vom Publikum gab es zurecht viel Applaus.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert