Kölner Tanzshow „Troja” fehlt die Geschichte

Von: Susanne Schramm
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Die Pracht der Gewänder und d
Die Pracht der Gewänder und das ganze Drumherum können eine stringent erzählte Geschichte nicht ersetzen: Die Tanzshow „Troja” im Kölner Musical Dome ist ein ziemliches Durcheinander.

Köln. Paris entführt Helena nach Troja und lässt den Schatz ihres Gatten gleich mitgehen. Der nimmt alsbald, unterstützt von seinen Verbündeten, die Verfolgung auf. So beginnt, im Jahr 1200 vor Christus, der Trojanische Krieg.

Homer hat aus diesem Kampf, der zehn Jahre dauert, ein Epos gemacht. Den türkischen Choreographen Mustafa Erdogan inspirierte es zu einer orientalischen Tanzshow. Jetzt hatte „Troja” Premiere im Kölner Musical Dome. Bis zu 20 Mal wechseln die 65 Mitwirkenden der Tanztruppe „Fire of Anatolia” in der rund zweistündigen Aufführung (inklusive 20 Minuten Pause) die Kostüme. An Pracht, Glanz und Farbintensität sind die Gewänder, Beinkleider und Rüstungen, die Diademe, Helme und Federhauben, Umhänge, Schleier und Schmuckstücke kaum zu übertreffen.

Dem Auge bietet sich ein opulenter Bilderrausch dar, der allerdings Erklärungsbedarf hinterlässt. Denn wer sich weder mit den Göttern noch mit Homer und der Vielvölkerregion Anatolien auskennt, der kommt rasch ins Schleudern. Zwar übernimmt der deutsche Sprecher Christian Schult die Rolle eines Erzählers, der aus dem Off Überleitungen schafft und in Deutsch und in Türkisch erklärende Sätze auf die Kulissenmauern von Troja und die Vorhänge beamt, aber das reicht nicht aus, die komplexen Vorgänge zu entwirren.

Achilles, Andromeda und die anderen in dieser an sich ungemein dramatischen Geschichte gewinnen kaum eigene Gestalt. Zu viel wird da zu schnell und zu gerafft erzählt. Und inmitten all der Lygier, Kaukasier und Thrakier, Spartaner, Pyloten und Athener fragt man sich mitunter verwirrt, wer jetzt hier eigentlich mit wem oder gegen wen kämpft. Auch die Liebesgeschichte von Paris und Helena bleibt blass.

Nebel, Projektionen und dramatische Musik sorgen für Atmosphäre.

„Troja”, bis Sonntag, 29. Mai, im Musical Dome, Köln. Vorstellungen: Mi. 18.30 Uhr, Do./Fr. 20 Uhr, Sa. 15 u. 20 Uhr, So. 14 u. 19 Uhr. Mo. u. Di. spielfrei.
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