Kölner Museum zeigt Retrospektive von „Maus”-Erfinder Spiegelman

Von: dapd-nrw
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Ein Titel des Comic-Romans „Maus” von Art Spiegelman ist am Donnerstag in der Ausstellung „Helden, Freaks und Superrabbis. Die jüdische Farbe des Comics” im Jüdischen Museum in Berlin zu sehen. Die Sonderaustellung, die bis zum 8. August zu sehen ist, folgt anhand der Werke von mehr als 40 Künstlern der Spur jüdischer Zeichner, Texter und Verleger der Comic-Kunst. Foto: dpa

Köln. Die legendäre Comic-Figur „Maus” und weitere Arbeiten des Zeichners Art Spiegelman werden in der bundesweit ersten Retrospektive des Cartoonisten im Kölner Museum Ludwig präsentiert.

Mehr als 250 vollständige Bilderfolgen, Skizzen und Titelzeichnungen illustrieren ab Samstag (22. September) das umfangreiche Werk des amerikanischen Comic-Autors und Pulitzerpreisträgers, wie das Museum am Freitag mitteilte. Im Mittelpunkt steht seine Arbeit „Maus”, in der er das Schicksal seiner jüdischen Eltern während des Holocausts in einer Comic-Version aufgearbeitet hat.

In den Bildern zeichnete er Juden als Mäuse und Deutsche als Katzen. Beide Eltern wurde lange Zeit in die Konzentrationslager von Auschwitz und Dachau gesperrt und entkamen knapp dem Tod. Mit der „Maus” wollte Spiegelman die schwierige Thematik auch für das junge Publikum zugänglich machen. Für das Werk erhielt er 1992 als erster Comic-Autor den renommierten Pulitzerpreis. Diesen Sonntag wird er in Berlin mit dem Siegfried-Unseld-Preis ausgezeichnet. „Art Spiegelman Co-Mix - Eine Retrospektive von Comics, Zeichnungen und übrigem Gekritzel” ist bis zum 6. Januar 2013 zu sehen.

Die Ausstellung beginnt bei den Anfängen, als der inzwischen 64-Jährige als Jugendlicher für einen Kaugummihersteller Sammelkarten und Klebebilder entwarf. Als 15-Jähriger kreierte er sein erstes Satiremagazin und lieferte mit seinen mutigen Comics immer häufiger einen Gegenpol zu „Fix und Foxi” und „Mickey Mouse”. Dabei habe er sein Werk nie an Hollywood verkauft, sagte Museumsdirektor Kasper König am Freitag.

In den 70ern zählte er bereits zu den etablierten Künstlern der sogenannten Underground-Comix-Szene. Seine Ideen brachte er in verschiedenen Magazinen unter, darunter auf dem Titel des „New Yorker”. Seine Erfahrungen als Zeuge der Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York beschrieb er in der eindrücklichen Serie „Im Schatten keiner Türme”, die 2003 in der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit” gedruckt wurde.
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