Würselen - Kettcar: Große Gefühle, aber ganz ohne Kitsch

Kettcar: Große Gefühle, aber ganz ohne Kitsch

Von: Anja Klingbeil
Letzte Aktualisierung:
Gefühlvoll: Kettcar-Frontman
Gefühlvoll: Kettcar-Frontmann Marcus Wiebusch auf Burg Wilhelmstein. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Vor fünf Jahren sollten Kettcar gemeinsam mit den Kollegen der Aachener Band Pale auf der Bühne stehen. Die wollten auf Burg Wilhelmstein ihr Abschiedskonzert geben. Daraus wurde nichts - wegen einer Erkankung des Sängers. Nun war das Hamburger Quintett wieder da. „Und es ist anders”, begrüßte Kettcar-Frontmann Marcus Wiebusch die Fans.

So ganz allerdings dann doch nicht. Denn obwohl mit neuem Album „Zwischen den Runden” im Gepäck, setzten die Indierocker auf viel Altbewährtes. „48 Stunden” und „Graceland”, Songs mit viel Gefühl, die wunderbar geradeheraus sind - das schaffen nur wenige Bands.

Die bittersüße Ballade „Balu” hauchte Wiebusch nicht wie gewohnt zum Abschluss ins Mikro. Aus Erfahrung wird man klug, wie er sagte: „Während die Mädchen dahinschmelzen, sagen die Jungs: Ich geh’ dann schon mal vor.” Dabei dürfen bei dem Stück auch die Männer träumen, denn klar, romantisch ist es. Doch Kettcar schaffen auch hier den Spagat: deutsche Texte mit großen Gefühlen, die nie zu kitschig werden.

Das Publikum hat das Quintett von Beginn an im Griff. Manches Mal singt anstelle von Wiebusch das Auditorium den Refrain. Es ist diese besondere Stimmung, die Kettcar schaffen. Eine heimelige Wohnzimmer-Atmosphäre, in der ihre hingeschrammelten Hymnen die Luft erfüllen. Das gilt ganz besonders auf Burg Wilhelmstein. „Das ist echt toll. Hier kann man jedem Einzelnen im Publikum in die Augen schauen. Eine gute Übung für das Hurricane-Festival”, scherzte Wiebusch.

Zwischen „Balkon gegenüber” und „Money left to burn” machten sich auch die Songs vom neuen Album gut. „Der apokalyptische Reiter und das besorgte Pferd” machten Station am Bahnhof „Erkenschwick”. Gut, eigentlich gibt es dort gar keinen Bahnhof, wie im Lied beschrieben. „Aber warum soll man sich von der Realität schon gute Geschichten kaputt machen lassen?”, fragt die Band.
Nach fast zwei Stunden und den „Landungsbrücken” war dann Schluss - und jeder ging mit einem guten Gefühl nach Hause.

Naturally 7 am Dienstag auf der Burg

Sie „spielen” ohne ein einziges Ins-trument: Naturally 7 aus New York. Alles, was man hört, sind der Bass, die Drums, die Gitarren - produziert mit ihren Stimmen. Und obendrauf liegt RnB- und Soulgesang von großer Klasse. Live sind sie auf Burg Wilhelmstein am Dienstag, 26. Juni, 20 Uhr, zu erleben.

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