Kammerkonzert: Aufbruchstimmung und dichter Klang im Spiegelfoyer

Von: P.O.
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Beim dritten Kammerkonzert als Solisten im Einsatz: Stefanie Faust(Flöte) und Arnd Sartor (Englisch Horn). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Ein schönes Programm stellten die Musiker des Aachener Sinfonierochesters für das dritte Kammerkonzert im gut gefüllten Foyer des Theaters zusammen. Wenig Bekanntes von Arthur Honegger, Bekanntes in modifiziertem Arrangement von César Franck und Unbekanntes von Alexander Ernst Fesca: eine Mischung, die sich hören lassen konnte.

Umso bedauerlicher, dass sich bei einem Programm mit solch hohem Klavieranteil der Flügel in geradezu desolatem Zustand präsentierte. Die miserable (Miss-)Stimmung brachte Intonationsprobleme mit den streichenden und blasenden Kollegen mit sich und dämpfte den klanglichen Eindruck. Und das bekommt einem so agilen, hell timbrierten Stück wie Arthur Honeggers „Concerto da Camera“ für Flöte, Englischhorn und Streicher in einer Version für Klavier gar nicht gut. Da konnten sich Stefanie Faust (Flöte) und Arnd Sartor (Englischhorn) noch so sehr bemühen, den Esprit des kecken Werks aufleuchten zu lassen. Der Klavierklang war dumpf. An Gero Körner am Flügel dürfte es allerdings nicht gelegen haben.

César Francks eigene Bearbeitung seiner berühmten Violinsonate für Violoncello und Klavier gehört zu den ausgesprochen geglückten Transkriptionen, auch wenn in dieser Fassung der warme Cello-Klang andere Akzente setzt als der einer Violine. Mladen Miloradovic gelang es, das Werk mit sonorer Klangschönheit ertönen zu lassen, phrasierte die Fantasia vielleicht etwas zu weich, markierte mit seiner Interpretation jedoch auf jeden Fall einen Höhepunkt des Konzerts.

Alberto Carnevale Ricci musste sich leider mit dem unzumutbaren Flügel abmühen, konnte dennoch markante Impulse setzen und zum Erfolg des Vortrags wesentlich beitragen. Nach der Pause dann das „Überraschungs-Ei“ mit einem skurril besetzten Septett des deutschen Romantikers Alexander Ernst Fesca, der 1849 im Alter von nur 29 Jahren gestorben ist. Sein Erstes Septett in c-Moll op. 26 für Klavier, Oboe, Horn und vier Streicher fällt in die Zeit von Schumanns fruchtbarem Kammermusikjahr 1842. Und von der rhythmischen Frische und der zarten Poesie, aber auch von der jugendlichen Aufbruchstimmung des jungen Mendelssohn ist in dem gut gebauten und melodisch charmanten Werk eine Menge zu hören.

Die Besetzung neigt zu einem orchestral dichten Klang, der die nötige Durchhörbarkeit erschwert. Aber am Zusammenspiel der sieben Musiker gab es nichts auszusetzen und erst recht nicht an den wunderschönen Soli im Horn (Michael Roberts), der Oboe (Blanca Gleisner), am Violoncello (Leonie Garmond) und der Violine (Olga Lakkoni). Viel Beifall.

Das Konzert wird am Montagabend um 20 Uhr im Spiegelfoyer des Theaters wiederholt.

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