Aachen - Kaiser Karls Hof erwacht zu neuem Leben

Kaiser Karls Hof erwacht zu neuem Leben

Von: Matthias Hinrichs
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Zwei Ausstellungen zum 1200. T
Zwei Ausstellungen zum 1200. Todestag des Kaisers: Karlsbüste in der Domschatzkammer. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Glückliche Fügung oder göttliche Vorsehung - wie auch immer: „Wir freuen uns sehr, dass wir den Veranstaltungsreigen zum 1200. Todestag von Karl dem Großen 2014 mit einer kleinen, aber sehr feinen Ausstellung im dann frisch fertiggestellten Centre Charlemagne am Katschhof einläuten können”, erklärte die Aachener Bürgermeisterin Margrethe Schmeer am Dienstag in froher Eintracht mit ihrem Grünen-Ratskollegen Hermann Josef Pilgram.

Ungeahnte Magnetkraft soll das „magische Karree” zwischen Dom und Rathaus dann entwickeln - zumal die Pilgermassen zur Heiligtumsfahrt Richtung Altstadt strömen, der Katschhof rundum schöner gestaltet sein soll. Mit Original-Kostbarkeiten aus den Tagen des fränkischen Reichsgründers will die Stadt das erste Glanzlicht im historischen Jubeljahr setzen. Im Sommer ist im Krönungssaal des Rathauses zudem eine umfängliche, durchaus „happening-verdächtige” Dokumentation rund um die Geschichte der Kaiserpfalz(en) geplant.

Knapp über zwei Millionen Euro müssen nach vorläufigen Schätzungen im Zuge des kulturhistorischen Kraftakts gestemmt werden, der rund 100.000 Besucher locken soll. Erste greifbare Inhalte haben Vertreter aus nicht weniger als 21 einschlägigen Institutionen von Stadt, Domkapitel und RWTH skizziert, nachdem die schwarz-grüne Ratsmehrheit das Projekt vor einem guten halben Jahr angestoßen hat. Nicht nur räumlich, auch vom Zeitpunkt her könne das Angebot nicht besser platziert werden, heißt es in der Vorlage, die von den Politikern mit größtem Lob bedacht wurde.

„Wir gehen davon aus, dass das ehemalige Verwaltungsgebäude Katschhof als neuer Kernbestandteil der Route Charlemagne Ende 2013 fertiggestellt ist”, so Schmeer. Und das klimatisierte Centre Charlemagne biete ideale Voraussetzungen, einzigartige Preziosen aus der Zeit Karls zu zeigen. Rund 70 bis 80 Exponate, darunter Elfenbeinschmuck, Handschriften und Kostbarkeiten aus Emaille, Silber und Messing wollen die Macher unter dem Arbeitstitel „Charlemagne und die bildenden Künste/Karls Schätze” aus aller Welt zusammentragen. „Dennoch ist uns klar, dass sich eine solche Präsentation vor allem an besonders Interessierte richtet”, bekennt Pilgram. Dafür soll die Schau im Krönungssaal des Rathauses umso aktionsreicher und besonders „volksnah” daherkommen. „Karls Pfalz - Höfisches Leben und Ort der Macht” hat das Vorbereitungsteam die „Kompilation aus Denkanstößen” getauft, die unter anderem vom RWTH-Professor und Mittelalter-Experten Harald Müller konzipiert worden ist.

Die bauliche Gestaltung und das alltägliche Treiben in den fränkischen Herrscherresidenzen soll hier im Mittelpunkt stehen, allen voran selbstredend das von Karl zu Lebzeiten stets bevorzugte Ambiente in der Stadt der heißen Quellen zu neuem Leben erweckt werden. Denkbar authentische Objektstudien unter freiem Himmel sollen zudem über mobile elektronische Führer, sogenannte Aixplorer möglich sein. Als Foren für Diskussionen und didaktische Aufbereitung böten sich unter anderem die ehemalige Pfarrkirche St. Paul und das mittelalterliche „Grashaus” an, so die Planer. Durchaus optimistisch blicken diese nicht zuletzt auf den jetzt gesteckten finanziellen Rahmen des Großprojekts.

Rund 80 Prozent der veranschlagten Gesamtkosten von 2,05 Millionen Euro sollen aus Zuschüssen (etwa des Landes), Karten- und Katalogverkäufen abgedeckt werden. Bleibt bis dato ein Bedarf von rund 400.000 Euro, der notfalls aus dem Stadtsäckel gedeckt werden muss. „Angesichts des enormen Renommees, das dieses Projekt der Stadt bringen kann, gehen wir davon aus, dass ein ,Bettelkommando‘ unter der Führung des Oberbürgermeisters zwecks Einwerbung von Sponsorenmitteln erfolgreich sein wird”, sagt Schmeer.
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