Aachen - Junge Cellistin reißt Publikum förmlich von den Sitzen

Junge Cellistin reißt Publikum förmlich von den Sitzen

Von: Thomas Beaujean
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Von seiner Struktur her war das letzte Meisterkonzert in Aachen ein Spiegelbild der gesamten Saison, die auf prominente junge Solisten und auf sie zugeschnittene Programme gesetzt hatte.

Bei der Cellistin Sol Gabetta und dem Orchestra da Camera di Mantova ging dieses Konzept besser auf als bei manchen anderen Konzerten der Reihe: Trotz eines auf den ersten Blick nicht übermäßig substanzvollen Programms wurde es ein glänzender und spannender Abend, was vor allem der Qualität der Ausführenden zu danken war.

Die in Argentinien geborene Cellistin Sol Gabetta verzauberte nicht zum ersten Mal das Aachener Konzertpublikum. Von vergangenen Auftritten noch in bester Erinnerung, erfüllte sie auch diesmal die Erwartungen in hohem Maße.

Mit ihrem noblen, schlanken Ton, ihrer perfekten Technik, die sich auch nicht die kleinste Intonationsunsicherheit erlaubte, ihrer anmutigen, nie gekünstelt wirkenden Körpersprache und ihrem mitreißenden und ansteckenden Musiziertemperament verlieh sie den Soloparts der Cellokonzerte D-Dur von Leopold Hofmann und C-Dur von Joseph Haydn eine musikantische Intensität und ein stilsicheres, von sprechender Artikulation und großer Vitalität geprägtes Profil.

Da das Orchester die zugespielten Bälle mit großer Disziplin und Spielfreude aufnahm, wobei der Konzertmeister die Impulse der Solistin geschickt und unauffällig an das Orchester weitergab, kamen begeisternde Aufführungen zustande, die das Publikum geradezu von den Stühlen rissen.

Großartiges Orchester

Sol Gabetta servierte als Zugabe ein Stück des Letten Peteris Vasks, in dem nicht nur sphärische Klänge auf dem Cello, sondern auch mit ihrer Gesangsstimme gefragt waren. Nicht minder qualitätvoll waren die reinen Orchesterbeiträge.

Luigi Boccherinis Sinfonie d-Moll „La casa del diavolo”, deren Finale Glucks Furientanz aus der Oper „Orpheus und Euridike” zugrunde liegt, erklang in einer fulminanten, virtuosen, nicht zuletzt durch wohldosiertes Vibrato klanglich geschärften Wiedergabe, die aus dem Werk geradezu ein Kabinettstück machte. Ottorino Respighis vielgespielte „Antiche Danze ed Arie” zu Beginn des Konzertes klang frisch und dynamisch sorgfältig abgestuft. Ein höchst gelungenes Saisonfinale.
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