Jugendsinfonieorchester begeistert mit Qualität und Freude

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Bei aller Trauer über den frühen Tod des Aachener Cellisten Walter Mengler vor einem Jahr mag es ein kleiner Trost sein, wenn man sieht, dass eins seiner Lieblingsprojekte, das von ihm vor 21 Jahren gegründete Jugendsinfonieorchester Aachen, weiterhin blüht und gedeiht. Davon konnte man sich jetzt im diesjährigen Konzert des Orchesters im sehr gut besuchten Stadttheater überzeugen.

Etwa 60 begabte und hoch motivierte junge Leute erarbeiten sich nach wie vor anspruchsvolle Programme und lassen mit ihrem Engagement und ihrer Spielfreude die Herzen des Publikums aufgehen. Dabei verblüffen sie nicht durch die Qualität der Präsentationen, sondern lassen auch spüren, wie viel Freude ihnen die Bewältigung von großen und schweren Aufgaben bereitet, die ihnen ein Schulorchester nicht bieten kann. Mit dabei sind nach wie vor Mitglieder des Aachener Sinfonieorchesters, die die jungen Leute coachen und sich auch teilweise an den Konzerten beteiligen.

Ein besonderer Verdienst kommt natürlich Mathis Groß zu, dem Solo-Repetitor des Aachener Theaters, der seit mittlerweile sechs Jahren als künstlerischer Leiter mit viel Zutrauen und Geduld die Arbeit mit den jungen Musikern im Sinne Walter Menglers aus- und fortführt. Das alles zahlte sich jetzt in einem Konzert aus, das zeigte, dass selbst der Griff zu einem Werk wie Robert Schumanns Vierte Symphonie nicht vermessen sein muss.

Es gelang eine rundum geschlossene Aufführung, die viel vom emotionalen Gehalt des Werks hören ließ, bei der man sich auf ein erfreulich homogenes Zusammenspiel verlassen konnte und die erheblich mehr als eine reine „Schülerarbeit“ präsentierte. Mathis Groß setzte mit viel Fingerspitzengefühl die richtigen Tempi, so dass nichts verhetzt und keine wesentlichen Feinheiten überspielt wurden. Alle Achtung vor dieser Leistung.

Solistische Fähigkeiten

Vor der Pause bewiesen Iseon Kim und Luise Eibach ihre solistischen Fähigkeiten im Doppelkonzert für Violine und Oboe von Johann Sebastian Bach. Auch wenn Groß hier, aus sicherlich guten pädagogischen Gründen, den gesamten Streicherapparat einsetzte, konnten sich die gewandt agierenden Solisten mühelos durchsetzen.

Bereits mit dem Auftakt der Matinée, der filigranen Ouvertüre „Ruy Blas“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, wurde deutlich, mit welch glücklichem Händchen Groß seine jungen Musiker zu einem hellwachen und spieltechnisch hochwertigen Spiel und Zusammenspiel zu motivieren versteht.

Das Publikum bedankte sich mit begeistertem Beifall, der natürlich nicht ohne Zugabe blieb. Die Wiederholung eines Teils des Scherzos aus der Schumann-Symphonie erklang jetzt besonders entspannt.

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