Jugendsinfonieorchester Aachen feiert sein 20-jähriges Bestehen

Von: Eckhard Hoog
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Sie sind am 3. Oktober die Solisten beim Jubiläumskonzert des Jugendsinfonieorchesters Aachen, das damit im Theater Aachen sein 20-jähriges Bestehen feiert: die Pianistin Adeline Hulin und der Solo-Kontrabassist Matthias Botzet. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Natürlich bin ich aufgeregt. Darf man doch sein – oder?“ Adeline Hulin, ein zartes Wesen, lacht und freut sich auf einen Tag, den sie sicher in ihrem ganzen Leben nicht vergessen wird: Am 3. Oktober hat sie ihren ersten Auftritt als Solistin in einem großen Sinfoniekonzert – ihre ganz persönliche Premiere nach dem Abschluss ihres Klavierstudiums am Konservatorium in Maastricht.

Und mit ihr dürften auch die anderen über 70 Musiker des Orchesters dem Termin entgegenfiebern – Kinder und Jugendliche, die bereits seit Monaten für das Ereignis im Großen Haus des Theaters Aachen geprobt haben.

Da wird es dann durchaus so sein, dass der Zehnjährige neben dem 20-Jährigen sitzt. Eben das ist typisch und normal beim Jugendsinfonieorchester Aachen: Der absolute Jungspund kommt genauso zum Zuge wie der angehende Student oder selbst der Absolvent mit Bachelor-Abschluss – ehemalige Mitwirkende sind als Solisten gerne willkommen. Seit 20 Jahren besteht das Jugendsinfonieorchester Aachen, mit dem Konzert am 3. Oktober wird das Jubiläum gefeiert.

Gegründet wurde das Orchester von Walter Mengler und Jeremy Hulin – er war bis 2005 zwölf Jahre lang Erster Kapellmeister im Sinfonieorchester Aachen. Und er dirigierte sein „Orchesterkind“ auch selbst zehn Jahre lang. Mengler und Hulin hatten vor 20 Jahren diese Idee: jungen Musikern die Gelegenheit geben, in einem Orchester zu spielen, dass auch große Werke in Angriff nehmen kann und von namhaften Dirigenten geführt wird.

Und so treffen sich seither jedes Jahr bereits im Frühling Schüler von städtischen und privaten Musikschulen aus der gesamten Städteregion Aachen, die einfach Lust haben mitzumachen, zu ersten Vorproben, im Sommer dann zum intensiveren Üben für das große Jahresprojekt. Unterstützung finden sie dabei von den „Großen“ – den Mitgliedern des Sinfonieorchesters Aachen.

„Das macht unglaublich Spaß“, sagt Matthias Botzet, der zweite Solist beim Jubiläumskonzert. Er gehört als Solo-Kontrabassist beim Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim (seit 2014) schon zu den gestandeneren Mitgliedern des Orchesters.

Adeline Hulin und Matthias Botzet – wer die Aachener Musikszene ein bisschen kennt, der denkt sogleich: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Adeline ist die Tochter von Jeremy Hulin, Matthias der Sohn von Berthold Botzet, seit 2000 Domkapellmeister am Aachener Dom.

„Berufsbedingt ist man in unserer Familie immer mit Musik konfrontiert“, sagt Matthias Botzet, der auch schon mal als Maschinenbaustudent an der RWTH eingeschrieben war. Am Ende überwog dann aber doch die Liebe zu seinem Instrument – die er kurioserweise ausgerechnet bei der Bundeswehr fand. In deren Kammerorchester wirkte er als Cellist mit – bis eines Tages der Bassist fehlte. „Mach du das doch“, hieß es einfach – und Matthias sprang ein.

Dabei ist es geblieben. Seitdem der Kontrabass mit Stahlsaiten gespielt wird, „hat es eine regelrechte Revolution mit klanglich ganz anderen Möglichkeiten gegeben“, erklärt er seine Faszination für das Instrument. „Es ist sehr reizvoll, den Cello-Gesang auf den Bass zu übertragen.“ So ist die Elegie für Kontrabass und Orchester op. 24 von Gabriel Fauré, das zweite Stück im Jubiläumskonzert, eigentlich ein Cello-Stück. Matthias Botzet: „Geht aber auch wunderbar mit Bass.“

Adeline Hulin gibt ihr Solodebüt mit Joseph Haydns Klavierkonzert D-Dur, dirigiert von Mathis Groß, seit 2013 Leiter des Jugendsinfonieorchesters und Solorepetitor am Theater Aachen. Jeremy Hulin lässt es sich nicht nehmen, zum Jubiläum gleichfalls ein Dirigat am 3. Oktober zu übernehmen.

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