Jürgen Beckers begeistert im Eurogress

Von: Hanna Sturm
Letzte Aktualisierung:
Jürgen Beckers klärt in sein
Jürgen Beckers klärt in seinem neuen Programm die wahre Bezeichnung für die Städteregion: „Städtereligion” ist, wenn keiner genau weiß, was es ist, „aber man muss eben einfach dran glauben.” Foto: A. Schmitter

Aachen. Unsere Sprache ist merkwürdig. Mit „Isch glaub et disch” ist eigentlich immer das genaue Gegenteil gemeint - manchmal sogar „Lass das!”. In seinem neuen Programm „Isch glaub et disch” geht Jürgen B. Hausmann, alias Jürgen Beckers, mal wieder Spracheigentümlichkeiten auf den Grund.

Seit Jahren tourt der Lehrer für Latein, Griechisch und Geschichte mit seinen Kabarett-Programmen durch die Region und ist auch aus dem Karneval als Büttenredner nicht mehr wegzudenken. Am Sonntagabend feierte sein neues Programm im Aachener Eurogress Premiere.

Im restlichen Deutschland völlig unverständliche Ausdrücke scheint es in der Sprache des Alsdorfers im Besonderen und des Aacheners im Allgemeinen zuhauf zu geben. „Wenn kein Wetter ist, tüten die Puten” - Menschen außerhalb der Region verstünden da gar nix. „Aber warum - weil sie keine Ahnung haben!” Eine Freundin aus Westfalen habe sich einmal geweigert zu glauben, dass es tatsächlich Menschen gibt, die so sprechen, erzählt Beckers. „Ich hab gesagt, ich fahr nach Mariadorf, und ich bring dir Tausend.”

Gemeinsam mit Musiker Harald Claßen bespaßt Beckers mit seinen Anekdötchen und Liedern mühelos das Publikum im Eurogress. Thema ist wie immer der „janz normale Alltaach”: Wie ein Mann so leidet, wenn er für seine Frau „Jardinen” aufhängen muss, er mit der gesamten Familie einen Ausflug zum Öcher Bend macht oder beim Urlaub mit der Gattin den kompletten Inhalt des Kleiderschrankes irgendwie im Kofferraum verstauen muss. Gelächter und eifriges Nicken im Publikum: Ja, genau so ist es.

Seitenhiebe auf die Aachener Politik kann er sich nicht verkneifen. Die richtige Bezeichnung für die Städteregion sei ja eigentlich „Städtereligion”. „Denn keiner weiß genau, was das ist, aber man muss eben einfach dran glauben.” Auch die Parksituation in der Stadt kriegt ihr Fett weg: Denn habe man endlich einen Stellplatz ergattert, etwa am Eurogress, könne man sicher sein, dass der Parkscheinautomat am Bushof stehe.

Gerne schwelgt Beckers in Erinnerungen: Eiskratzen in „der erste Auto”, Gummitwist und Hüpfkästchen damals auf dem Pausenhof, geliebte Kindersendungen wie „Mister Ed” oder „Skippy, das Buschkänguru” - ein Großteil des Publikums kann spontan den Soundtrack singen. Selbstironisch nimmt Beckers seinen eigentlichen Beruf als Lehrer auf die Schippe: „Da versteh isch nix von”, sei sein Standardsatz in der Autowerkstatt, woraufhin der Mechaniker den Meister holen gehe, mit den Worten: „Chef, da is en Tuppes, könnte ne Lehrer sein.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert