Jeder Ton klingt wie eine Lobpreisung: Harlem Gospel Singers in Köln

Von: Susanne Schramm
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Das Publikum in der Kölner Philharmonie war aus dem Häuschen: Queen Esther Marrow mit ihren Harlem Gospel Singers machten hier auf ihrer Abschiedstournee Station mit einem grandiosen Konzert. Foto: Thomas Brill

Köln. Es ist ein klarer Fall von Liebe. Auf beiden Seiten. Schon vor der Pause gibt es die ersten Standing Ovations für Queen Esther Marrow, während die 75-Jährige aus dem Strahlen gar nicht mehr herauskommt. Nach 25 gemeinsamen Jahren sind die Künstlerin und ihre Harlem Gospel Singers auf Abschiedstour.

Am Montag gastierten sie in der ausverkauften Kölner Philharmonie – und das Publikum tobte. Die mit Pause 150-minütige Show gerät glänzend bis zum Schluss, den traditionell „Oh, Happy Day“ bildet.

Wehmut, wie man aufgrund des Rückzugs von europäischen Bühnen vermuten könnte, kommt dabei jedoch nicht auf. Es ist vielmehr eine rauschende, absolut mitreißende Party. Mit den drei Sängerinnen Keesha Gumbs, Jahlisa Nikitser und Deaun Parker sowie den drei Sängern Rodney Archer, Keith Branch und Marvin Lowe hat die Königin des Gospels sechs wundervolle Stimmen um sich versammelt, die allesamt solistisches Format haben. Doch Queen Esther Marrow überstrahlt sie alle.

Ihr „God cares“ entspringt wahrhaftigem, echtem Glauben, der sie durchglüht in jeder Faser ihres Wesens. Bis hoch in die Ränge trägt das warme, leuchtende Timbre, jeder Ton klingt hier wie eine Lobpreisung.

Gegen Hass und Intoleranz

Noch immer ist Marrow auf einem Kreuzzug – für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, gegen Unterdrückung, Hass und Intoleranz. Stationen ihres Lebenswegs, den sie eine Zeit lang gemeinsam mit Martin Luther King beschritt, passieren auf der Leinwand Revue, bei „Sit Down, You're Rocking The Boat“ mit dem Musikalischen Direktor Anthony Evans rast der Saal.

„Walking In Memphis“ und „Georgia On My Mind“ sind die Sahnestücke eines Medleys, mit „Purple Rain” ehrt der Chor den verstorbenen Prince. Auch die Band – mit Evans am Flügel sind das sechs Musiker – läuft dabei zur Hochform auf, besonders viel Applaus erntet Marquis „Q“ Sayles für sein überaus brillantes Saxofonspiel.

Wer am Montag nicht dabei sein konnte, der hat noch am 30. und 31. Januar, sowie am 1. Februar, jeweils 20 Uhr, Gelegenheit sich von Queen Esther Marrow und ihren Babys – wie sie ihre Sänger so liebevoll nennt – zu verabschieden. Dann kehren die Harlem Gospel Singers noch ein allerletztes Mal nach Köln zurück, wo sie im Musical Dome auftreten.

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