Aachen - Jazzfestival: Neuanfang nicht ohne Risiko

Jazzfestival: Neuanfang nicht ohne Risiko

Von: vm
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Ruud Wijkniet von „Clockround
Ruud Wijkniet von „Clockround Events” (links) und Arie van der Heijden von „Jazz Promenade” Maastricht wagen den Neuanfang: das Mecc-Jazz-Maastricht-Festival mit internationalen Größen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Das Jazzfestival in Maastricht ist vielen immer noch ein Begriff. Dabei hat es nur dreimal stattgefunden - und das letzte Mal vor zwölf Jahren. Dass es damals nicht funktionieren konnte, steht für Ruud Wijkniet heute außer Frage.

Er muss es wissen. Schließlich war er damals selbst als Mitarbeiter von North Sea Jazz in die Organisation eingebunden.

In diesem Jahr will Wijkniet das Festival neu auflegen. Da ist er allerdings nicht von selbst drauf gekommen. Das Mecc, das Kongresszentrum in Maastricht, hatte sich an Wijkniet gewandt.

Mutig ist das schon, was Wijkniet plant, wenn man sich das ambitionierte Programm vor Augen führt und sich dann daran erinnert, weshalb das Festival vor zwölf Jahren scheiterte. Aus finanziellen Gründen nämlich. Eine „Wiederbelebung” des alten kann man das am 29. und 30. Oktober stattfindende „Mecc Jazz Maastricht (MJM)” aber kaum nennen. Es hat mit der Veranstaltung von vor zwölf Jahren wenig zu tun.

Der britische Musiker Joe Jackson, der inzwischen mit seinem alten Trio wieder zu dem zurückgefunden hat, was er in den 80ern und 90ern gemacht hat, wird kommen, das Wayne Shorter Quartet, Nils Landgren’s Funk Unit, Mezzoforte, das Roy Hargrove Quintet und Klaus Dolginger’s Passport - um nur ein paar der Namen zu nennen.

Auch Tanz und Theater

Neben den Konzerten wird es Tanz und Theater geben, Ausstellungen und Filmvorführungen. Die Basis für das Programm - das muss man fairerweise sagen - hatte allerdings schon „Jazz Promenade” Maastricht gelegt, mit denen der Festivaldirektor eng zusammenarbeitet. Wijkniet sorgt im Prinzip „nur” für mehr Glanz an den zwei Tagen, ergänzt das Podium für Newcomer und andere Künstler durch etablierte Größen.

Das ganze Mecc wird von innen und außen für das Festival umgestaltet. Auf den „Straßen” gibt es kleinere Bühnen, die eine intimere Atmosphäre schaffen, ebenso wie große, um die sich bis zu tausend Besucher scharen können. Auf der „Bourbon Street” und „Baker Street” etwa ist letztere Kategorie zu finden, „crazy stuff” - wie Wijkniet es nennt - ist auf der „42nd Street” zu erwarten. Los geht es auf den sechs Bühnen immer ab 18.15 Uhr, die Partys am Schluss dauern bis weit nach Mitternacht.

Wijkniet glaubt, dass dieses breitere Konzept besser auf Maastricht und die Region passt. Besser als das, was früher gemacht wurde. „Das war ohne Herz und Seele”, sagt er. „Nicht clever”, „zu viele Freikarten” und eine schlechte Vermarktung nennt er als weitere Gründe. Da sei das Den Haager Konzept einfach aus der Ferne auf Maastricht übertragen worden. Wijkniet arbeitet zwar auch nach wie vor für „The Hague Jazz” und seine eigene Firma „Clockround Events” in Den Haag, sagt aber, dass er wöchentlich in Maastricht sei, seine Mitarbeiter auch öfter.

Eine Garantie, dass es dieses Mal klappt, gibt es nicht. Auf die Frage, wie das finanzielle Problem gelöst sei, fragt er: „Was heißt Lösung?” Seine Firma Clockround trage das Risiko. Klar mache ihn der Kartenverkauf etwas nervös, aber wenn jeden Abend 4000 Besucher kämen, sei das ein guter Anfang. „Drei bis fünf Jahre braucht man”, sagt Wijkniet, bis sich das Festival etabliert habe. Die Tageskarte gibt es für 42,50 Euro, zwei Tage für 72,50 Euro.
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