Jazz meets Barock zur Eröffnung der Bachtage

Von: Eva Mänz
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Wenn Neues auf Altes trifft, muss das nicht zwangsläufig zu harten Kontrasten führen. Die gegenseitige Einflussnahme kann auch für beide Seiten inspirierend sein und zu einer spannenden Verschmelzung führen.

So muss es der überwiegende Teil der Zuhörer empfunden haben, die das Auftaktkonzert der 36. Aachener Bachtage in der Annakirche erlebten. Die Westfälischen Saxophoniker wagten mit ihrem Programm „Seraphimsax - Bach in concert” den Spagat zwischen Barockmusik und Jazz und trafen auf offene Ohren und begeisterte Aufnahme.

Allerdings bietet sich Bachs Musik geradezu an für diesen Grenzgang, sind ihr doch moderne Tonalität und rhythmischer Swing schon mitgegeben und in der wiedererwachten barocken Aufführungspraxis zum Ideal erhoben. Dass man mit neun Saxophonen diese leichte, durchsichtige Spielweise so schön imitieren kann, war ein ganz neues Klangerlebnis.

In wirkungsvoller Inszenierung zelebrierten die Musiker die federnde Leichtigkeit, fugierte Mehrchörigkeit und den festlichen Barockklang der Werke Johann Sebastan Bachs, den Stereoeffekt durch räumliche Aufteilung des Ensembles verstärkend. Fast unmerklich schlich sich dabei unter die Bach´sche Kantilene ein Tangorhythmus oder mutierte der langsame Choral zum Cantus firmus, über dem sich eine hinreißende Improvisation des Sopransaxophons entwickelte, um am Ende wieder im strahlenden Orchesterklang zu münden.

Bestechend war in jedem Musikstil die Vielseitigkeit des Saxophonklangs, der mal wie eine Orgel, mal strahlend wie eine Trompete, immer aber voller Wärme den Raum füllte.

Dass den Improvisationen wegen der schriftlichen Fixierung die Spontaneität fehlte, die hochkomplexe Polyphonie Bachs kurzfristige rhythmische Irritationen verursachte und die Stimmung der Instrumente ein wenig hinter der Makellosigkeit reiner Singstimmen oder gut gestimmter Streicher zurückstand, schmälerte den guten Gesamteindruck nicht. Die Arrangements wurden Barock und Jazz gerecht und schöpften die Möglichkeiten des Ensembles aus, wobei der gekonnte Einsatz von Pauken und verschiedenem Schlagwerk für nahtlose Übergänge sorgte.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert