James Morrison: Soul-Romantik ohne Schwulst

Von: Bernd Schuknecht
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Das Leben ist schön: James Mo
Das Leben ist schön: James Morrison im ausverkauften Kölner
E-Werk. Foto: Thomas Brill

Köln. Jeans, rotes T-Shirt dünne, braune Lederjacke: So könnte James Morrison noch vor zehn Jahren in Newquay, einem Badeort an der Küste Cornwalls, gestanden haben, um Straßenmusik zu machen. Von seiner erfrischenden Lockerheit hat er auch nach rund viereinhalb Millionen verkaufter Alben, zahlreichen Nr.1-Hits weltweit sowie mehren Brit-Awards nichts verloren.

Die Fans im restlos ausverkauften Kölner E-Werk, wo Morrison samt sechsköpfiger Begleitband das einzige NRW-Konzert seiner „The Awakening Tour” gibt, hören sein „Beautiful Life” und merken gleich, dass der 27-jährige Singer/Songwriter tatsächlich von seinem Leben, das er seit ein paar Jahren mit Fug und Recht als sehr schön empfinden darf, erzählt.

Auch wenn seine dezent angeraute Stimme an klassischen Motown-Vorbildern wie Otis Redding oder Al Green geschult ist und Vergleiche bis hin zu Terence Trent DArby zulässig sind, so verfügt er dennoch über eine eigene Art, über eine Stilistik, der nichts Epigonenhaftes anhaftet. Bei „Nothing Ever Hurt Like You” lehnt sich Morrison zwar nicht zum ersten Mal an Soul-Großmeister Stevie Wonder an, allerdings klingt die Stimme des Briten entschieden weicher und anschmiegsamer. Bei „In My Dreams” zeigt er Mick Hucknall von Simply Red, dass soulige Romantik nicht zwangsläufig mit knödeligem Gesang und schwülstigem Bombast verbunden sein muss, „Wont Let You Go” zählt ohnehin zu den musikalisch schönsten Liebeserklärungen. Die Zugabe „Wonderful World” ist nicht nur ein erneutes Bekenntnis von Morrison, sondern auch kollektives Gefühl im Publikum, das nur zögerlich das E-Werk verlassen will.

Wer Morrison noch einmal im Straßenmusik-Ambiente erleben will, hat dazu am 8. Juni im Kölner Tanzbrunnen Gelegenheit.
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