Aachen - James Blunt hat sein drittes Album am Start

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James Blunt hat sein drittes Album am Start

Von: Michael Loesl
Letzte Aktualisierung:
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Der Junge mit der Gitarre: James Blunt ist wieder da. Und er präsentiert ein neues Album: „Some Kind Of Trouble”. Foto: Warner

Aachen. Keiner heulte in den letzten Jahren die Charts so erfolgreich rauf und runter und wieder rauf wie James Blunt. „You´re Beautiful” war vor einem halben Jahrzehnt der Inbegriff der Gefühlsseligkeit, und Mr. Blunt, ausgestattet mit Soldaten-Vergangenheit in seiner Vita, war das perfekte Vehikel zum Verkauf von Emotionen.

Einer, an dem man sich rieb, einer der polarisierte. Männer ertrugen den Tonfall seiner Singstimme bestenfalls opportunistisch, Frauen schnurrten - wie süß! - vor Entzücken.

Soweit die Stereotypisierung. Außerhalb der Reichweite von Mikrofon und Bühne ist der Engländer von Präzision getrieben. Er erscheint auf die Sekunde genau in der Hamburger Hotelsuite, redet ohne Luft zu holen, verschluckt dabei regelmäßig ein paar Endsilben und beendet seine Sätze schneller, als er sie zu Ende gedacht haben kann.

Es fällt schwer, einen wie ihn herauszufordern. Wenn es gelingt, hält er trotzdem nicht lange inne, sondern startet lieber einen Diskurs. Er gehört zur Sorte der interessanteren Interviewpartner, weil er ganz offensichtlich wenig vom üblichen Werbespruch-Blabla hält. Einen Superstar dürfe man ihn nicht nennen, auch wenn „die Verrückten” von der Plattenfirma so täten, als ob er einer sei, sagt er.

Dann kokettiert er ein wenig mit seiner vermeintlichen Bescheidenheit. Platten würde er nur machen, weil er eine Legitimation dafür bräuchte, wieder eine Tour gebucht zu bekommen. Das Beste seines Jobs seien ohnehin die Live-Erfahrungen. Umso besser für ihn, dass seine bisherigen beiden Alben „Back To Bedlam” und „All The Lost Souls” unmittelbar auf Platz eins gingen. Das bedeutet Langlebigkeit auf Konzertbühnen.

Nach kurzer Erholungsphase vom Starsein muss ihn die Sehnsucht nach Tourbussen, Hotelzimmern und Adrenalin wieder angetrieben haben, denn fünf Jahre nach seinem Debüt hat er Album Nummer drei am Start. „Some Kind Of Trouble” hat er es genannt, und die Single „Stay The Night” ist das Optimistischste, das der 36-Jährige bisher auf Tonkonserve verewigte. Da spielt er verhältnismäßig viel und laut E-Gitarre, was den Verdacht erhärtet, dass er neuerdings auch Musik für Jungs machen will. Er bedankt sich für den Sarkasmus und spöttelt kurz, dass seine Beliebtheit bei Frauen bestimmt an deren jeweiligen Männern läge. Ansonsten bedient er sich im Großteil seiner neuen Songs der Liedform, die ihn reich gemacht hat - des Lamentos. Allerdings verpackt er die Erwartungen des Unglücklichseins diesmal in extrovertiertere Töne.

Ein Widerspruch der sich auch auf dem Cover seines neuen Albums spiegelt, weil man nicht weiß, ob das in die Luft geworfene Baby sanft aufgefangen wird oder übel auf den Boden fallen wird. Mr. Blunt redet darauf angesprochen wie ein Wasserfall, erklärt, dass er das Coverfoto auf höchst ungewöhnliche Weise fand.

„Ich bekam ein ähnliches Foto meines Patenkindes geschickt, auf dem zu viele andere Leute zu sehen waren, als dass ich es hätte nutzen wollen”, erzählt er. „Also gab ich bei Google die Begriffe Baby und Werfen ein. Das erste Foto, das mir die Suchmaschine ausspuckte, ist jetzt mein Plattencover. Obwohl mir dessen Fotograf, der sich als Fan von mir entpuppte, zunächst nicht glauben wollte, dass ich tatsächlich James Blunt war, als ich ihn anschrieb und um Genehmigung bat. Ich bin sehr glücklich über das Cover und seine Geschichte.”

Schon wieder ein Lamento

Glück und Unglück gehören derzeit zu Blunts Lieblingsthemen. Gefährliche Frauen stellen für ihn einen besonderen Reiz dar, weil hinter den schönen Fassaden eigentlich immer das größte Potenzial zum Unglücklichmachen lauere, singt er in „Dangerous”. Schon wieder ein Lamento! Kann der Typ nicht anders? „Doch. Aber es fällt mir leichter zu klagen als zu jubeln. Vielleicht, weil alle um mich herum denken, dass Ruhm und Reichtum Erfolg bedeuten. Das ist Schwachsinn, denn beides steht für das große Nichts. Glücklichsein ist Erfolg. Und das ist viel schwerer zu erreichen. Darüber singe ich.”
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