Düren - Im zweiten Anlauf: Gregory Porter in der Arena Düren

Im zweiten Anlauf: Gregory Porter in der Arena Düren

Von: Christian Rein
Letzte Aktualisierung:
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Sein Konzert in der Arena Kreis Düren wirkte wie eine Pflichtübung: Jazzsänger Gregory Porter. Foto: Stephan Johnen

Düren. Das Dürener Publikum, so muss man es sagen, ist nicht nachtragend. Nach der überraschenden Absage des Auftritts von Gregory Porter am vergangenen Freitag empfing es den Jazz-Superstar aus den USA am Mittwochabend sehr herzlich zum kurzfristig anberaumten Nachholkonzert in der Arena Kreis Düren.

Eigentlich hatte Porter das wiederbelebte Kulturfestival „Bühne unter Sternen“ auf Burg Nideggen eröffnen sollen. Statt eines lauen Sommerabends unter freiem Himmel und in historischer Kulisse gab es nun allerdings die deutlich weniger romantische Atmosphäre einer Sporthalle, was die Arena ja zumindest bei den Heimspielen der Dürener Bundesliga-Volleyballer auch ist.

Porter hielt sich gar nicht mit großen Erklärungen für die Umstände auf, die er bereitet hatte. Offenbar, so erklärte es Porters Hamburger Konzert-Management auf Anfrage unserer Zeitung, war ein vorübergehender Pass, den sich Porter im Mai in der US-Botschaft in Berlin hatte ausstellen lassen, am Flughafen in Los Angeles nicht akzeptiert worden. Porter hatte sich erst einen neuen ausstellen lassen müssen, bevor er ausreisen durfte. Auf der Bühne musste der Hinweis darauf genügen, dass er seine „immigration problems“ nun gelöst habe und sich außerordentlich freue, endlich in Düren zu sein. Ab dann konzentrierte sich Porter auf das Wesentliche: die Musik.

Der Höhepunkt des Abends

Natürlich muss Porter, der für sein Album „Liquid Spirit“ 2014 mit einem Grammy ausgezeichnet worden ist, nicht mehr beweisen, dass er ein hervorragender Sänger ist. Und tatsächlich gab es einen atemberaubenden Moment, als Porter – nur begleitet von seinem Pianisten Albert Chip Crawford – ziemlich genau in der Mitte des Konzerts „Wolfcry“ aus eben jenem Album vortrug. Porter kann darin die Bandbreite seines Baritons so großartig ausschöpfen wie bei kaum einem anderen seiner Stücke. So gebannt wie in jenen Minuten hat man ein Publikum selten erlebt.

Leider gelang Porter in dem rund eindreiviertelstündigen Programm kein weiterer Höhepunkt dieser Kategorie. Nicht, dass das Konzert deshalb schlecht gewesen wäre! Der Sänger und seine Band boten alles, was man erwarten durfte: Hits wie „Liquid Spirit“ oder „Musical Genocide“ sorgten bei vielen Zuschauern für einen Wiedererkennungseffekt, das Temptations-Cover „Papa Was A Rolling Stone“ katapultierte die ersten aus ihren Sitzen, „Lion‘s Song“, das Titelstück aus dem „Be Good“-Album mit einem von „Mr. Bojangles“ entliehenen Basslauf, sorgte für Begeisterung. Mit „1960 What“ aus dem ersten Album „Water“ und der Zugabe „Free“ wurde es gar politisch.

Und doch wirkte Porter bei aller Professionalität nicht wirklich gelöst, wollte eine Verbindung zwischen Sänger und Publikum trotz aller Bemühungen auf beiden Seiten nicht recht entstehen. Porter, der sonst zwischen seinen Stücken gerne mal einen Satz sagt, beschränkte sich auf ein paar kurze Danksagungen. Selbst bei der Sig-nierstunde nach dem Auftritt machte er einen seltsam mechanischen Eindruck. Insgesamt wirkte der Abend wie eine Pflichtübung. Woran das gelegen hat, ist schwer zu sagen.

Möglicherweise waren Porter die Begleitumstände des Konzerts doch ein wenig unangenehm. Aber das Dürener Publikum ist ja nicht nachtragend.

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