Im Eurogress: „Tigerente” verbindet die Generationen

Von: Sabine Rother
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Viele lustige Bilder: Für Bastian Langer (Popular Art GmbH Düsseldorf) war das Sortieren der rund 800 Werke von Janosch, die ab 26. Juni im Eurogress Aachen zu sehen sind, eine vergnügliche Arbeit. Schließlich taucht die Tigerente dabei immer wieder auf. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Sie hat einen eigenen Club im Fernsehen, man kann sie in Keksform verspeisen, sie prangt schwarzgelb auf Trinkbechern, Geburtstagskarten, T-Shirts und Frühstücksdosen. Als Holzspielzeug steht sie ganz vorn im Regal - und jetzt wird sie zusammen mit ihren Freunden auch noch zum Ausstellungsobjekt.

Die „Tigerente” kommt natürlich mit, wenn „Janosch: Die Ausstellung” ab 26 Juni das Aachener Eurogress erobert. „Mit 800 Werken wird es eine der größten Präsentationen in Deutschland sein”, betont Bastian Langer, Geschäftsführer der Popular Art GmbH aus Düsseldorf, die das umfängliche Projekt betreut. Und er verspricht: „Janosch wird persönlich in Aachen dabei sein.”

Während der Eröffnung möchte der 78-Jährige sogar Signierwünsche seiner Fans erfüllen, die inzwischen mindestens in die zweite Generation gehen. Immerhin kam 1960 sein erstes Kinderbuch „Die Geschichte von Valek dem Pferd” heraus, gefolgt 1964 von „Onkel Poppoff kann auf Bäume fliegen”.

Das Auto Ferdinand

In der Ausstellung wird der Janosch-Liebhaber etwa 200 Motive aus der frühen Phase des Künstlers entdecken, der inzwischen 300 Kinderbücher schrieb und in aller Welt populär ist. Prächtig gelb fährt so noch immer „Das starke Auto Ferdinand”, ein Frühwerk, über den kräftig grünen Rasen, aber auch Bär und Frosch tummeln sich in Aachent.

„Der rote Faden der Ausstellung sind natürlich die Bücher von Janosch”, erläutert Kuratorin Marie Rolka die Einordnung von rund 450 Zeichnungen, Entwurfsskizzen aus dem persönlichen Archiv von „Horst Eckert” (so der bürgerliche Name von Janosch), sowie Aquarellen und Gouachen.

Leihgeber spürte man in ganz Deutschland auf, um die Ausstellung anzureichern, deren Werke unverkäuflich sind. Die Möglichkeit, ein Janosch-Original zu erwerben besteht dennoch im eigens organisierten Shop.

Auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche erwartet Eurogress-Geschäftsführer Eugen Rinder 30.000 Besucher. „Janosch übt eine große Anziehungskraft auf internationale Besucher aus”, so Rinder, für den es die Abschiedsausstellung in seiner Geschäftsführungszeit sein wird. „Viele Eltern kennen Janosch noch aus ihrer Jugend.”

„Janosch: Die Ausstellung” soll das Aufleben seiner frechen Wesen ausführlich „erzählen”, wobei man den didaktischen Ansatz, Kinder an die Kunst heranzuführen, durchaus ernst nimmt.

Im Eurogress sollen die Botschaften aus „Oh ,wie schön ist Panama”, „Janoschs Traumstunde” oder „Günter Kastenfrosch” Gestalt annehmen - etwa im Backkurs, wo man süße Tigerenten fabrizieren und anschließend vernaschen darf, oder beim Bastelnachmittag, bei dem ein Janosch-Stundenplan entsteht.

„Wir werden sogar gemeinsam kochen”, verspricht Beatrix Karlsberg, zuständig für die Eurogress-PR, eine Herausforderung für das Quellenhof-Kochteam - Anregungen wird hier Janoschs „Gastmahl auf Gomera” liefern.

Die unausweichliche Frage, woher denn nun die berühmte „Tigerente” kommt, ohne die der kleine Tiger nicht ausgehen mag, versuchen die Veranstalter bereits in der Einladung zur Ausstellung zu beantworten.

Hier zitiert man Janosch mit seiner Geschichte aus dem Münchner Zoo: Dort wollte der Künstler einen Elefanten malen, und plötzlich hatte sich - oh Wunder - die kleine getigerte Ente mit Rollen und spärlichem Federschopf auf den Skizzenblock gemogelt.

Seitdem ist sie überall dabei, mal groß, mal klein. Und Janosch schrieb dazu: „Wenn bloß meine Tiger-Ente nicht nass wird”, sagte der kleine Tiger, „dann fürchte ich mich vor nichts...”

Ein etwa 20-minütiger Film, der im Rahmen der Ausstellung zu sehen ist, bringt jenen den Künstler nah, die ihn nicht bei der Eröffnung erleben. Für Kindergärten gibt es ein speziell von der Sparkasse Aachen gefördertes Angebot. Reaktionen der Schulen: „Bereits nach zwei Tagen hatten wir Anmeldungen für 300 Kinder”, berichtet Beatrix Karlsberg. Janosch sorgt eben für Turbulenzen.

„Janosch: Die Ausstellung”, Eurogress Aachen, Monheimsallee 48, 16. Juni bis 23. August.

Geöffnet: täglich 10-19 Uhr; donnerstags bis 21 Uhr.

Vernissage: 26. Juni, 19 Uhr, in Anwesenheit von Janosch.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, Preis ca. 20 Euro.

Führungen täglich um 15 Uhr, donnerstags auch 19 Uhr, samstags und saonntags 14 Uhr und 16 Uhr. Gruppen 0241/9131230.

Es gibt zusätzlich einen Malwettbewerb, eine Aktion „Kinder backen Figuren von Janosch” in der Küche des Quellenhofs, sowie einen Spielenachmittag mit Janosch-Motiven und einen Bastelnachmittag „Tigerente als Stundenplan”. Genaue Termine ab Ende Mai

Weitere Informationen unter 0241/9131100; sowie im Internet.


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