I Musici di Roma beim Meisterkonzer im Aachener Eurogress

Von: Thomas Beaujean
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Jahrzehntelang waren I Musici di Roma Synonym für Referenz-Wiedergaben von vor allem italienischer Barockmusik mit Schwerpunkt Vivaldi. Das Aufkommen der historischen Aufführungspraxis hat sie dann später in den Hintergrund gerückt - so weit, dass sich mancher Musikfreund fragte, ob es sie überhaupt noch gibt.

Die Frage kann eindeutig bejaht werden, denn sie traten im Meisterkonzert im Aachener Eurogress zusammen mit der englischen Trompeterin Alison Balsom auf, in kleiner Besetzung mit elf Streichern und Cembalo, das übrigens den ganzen Abend in dem großen Saal nicht zu hören war.

Auf dem Programm standen barocke Concerti von Vivaldi, Albi-noni, Geminiani, Telemann, und eine Suite von Händel.

Schon bei den beiden ersten Vivaldi-Konzerten war zu hören, dass sich stilistisch einiges geändert hat zu früher. So ganz spurlos ist die Originalklang-Welle an den Musici nicht vorübergegangen. Man verzichtet zwar nicht gänzlich auf Vibrato, setzt es jedoch sparsamer und bewusster ein und erzielt so differenziertere Klänge. Das Klangbild ist nicht mehr einseitig auf Schönklang und Weichheit fixiert.

Das mag vor allem an dem jungen Konzertmeister Antonio Anselmi liegen, der klanglich fantasievoll phrasiert und artikuliert.
So erklingen die Concerti in verschiedener solistischer Besetzung temperamentvoll und virtuos, wobei die Solisten allesamt eine sehr gute Qualität haben und durch präzises Zusammenspiel glänzen. Das ist erfrischend und lebendig musiziert, wobei diese Formation nicht die fast agressive Vitalität ihrer Landsleute des „Giardino armonico” erreicht und wohl auch nicht anstrebt.

Phänomenale Atemtechnik

Die klanglichen Glanzlichter setzte die junge Trompeterin Alison Balsom, die in Bearbeitungen von Concerti von Albinoni und Vivaldi und einer Suite von Händel die gesamte tonliche Skala von strahlendem Auftrumpfen bis zu feinsten, weichen Klängen demons-trierte. Letztere beeindruckten vor allem in langsamen Sätzen. Ihre phänomenale Atemtechnik und ihr brillantes Passagenspiel mit Doppel- und Tripelzunge begeisterten das Publikum dermaßen, dass sie noch die Zugabe einer Bearbeitung eines englischen Volksliedes servierte. Ein Rundum-Wohlfühl-Abend zum Frühlingsbeginn.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert