Aachen - Hochschulorchester im Krönungssaal gefeiert

Hochschulorchester im Krönungssaal gefeiert

Von: Thomas Beaujean
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Spanien“ hieß das Thema des Sinfoniekonzertes der Hochschule für Musik Aachen im vollbesetzten Krönungssaal des Rathauses. Alljährlich findet das Konzert im Rahmen der Kammermusikreihe Accordate statt.

Orchesterleiter Herbert Görtz hatte ein exquisites Programm zusammengestellt, das neben dem populären Gitarrenkonzert „Concierto de Aranjuez“ von Joaquín Rodrigo eher Unbekanntes enthielt: eine Sinfonie des bereits mit knapp 20 Jahren gestorbenen Juan Crisóstomo de Arriaga und die Carmen-Suite des Russen Rodion Schtschedrin.

Hans-Werner Huppertz souverän

Den Solopart im Gitarrenkonzert spielte mit großer Souveränität und Gelassenheit Hans-Werner Huppertz, Professor an der Hochschule und künstlerischer Leiter von Accordate. Die klanglich ausgewogene Aufführung brachte in adäquater Weise das spanische Kolorit dieser farbigen Musik zum Ausdruck. Huppertz überzeugte mit seiner klanglich differenzierten Darstellung des Soloparts mit ruhigen Tempi im langsamen und im Finalsatz und fand in Herbert Görtz und dem Orchester der Musikhochschule aufmerksame Partner.

Als ein Werk von erstaunlicher Originalität und Eigenständigkeit erwies sich die Sinfonie von de Arriaga, die der junge, in Bilbao geborene Komponist bereits mit 18 Jahren schrieb. Das erinnert in seinen häufigen Dur-Moll-Wechseln an Schubert, klingt aber nie epigonenhaft. Die sorgfältige Einstudierung und frische und spielfreudige Interpretation durch die jungen Musiker konnte das Publikum von der Qualität dieser Musik voll überzeugen. Die klangliche Balance wurde lediglich von der in diesem Raum zu lauten Pauke getrübt, die dem Klangbild etwas von seiner Transparenz nahm.

Spektakulär ging es im zweiten Teil mit der Carmen-Suite von Schtschedrin zu, einer Ballettmusik nach Bizets Oper für Streichorchester und große Schlagzeugbatterie, für die fünf Spieler aufgeboten werden mussten. Schtschedrin fügt in origineller und oft überraschender Weise Melodien aus Bizets Oper, ergänzt um die Farandole aus der 2. Arlésienne-Suite, zu einem höchst wirkungsvollen, raffiniert instrumentierten Puzzle zusammen, dessen Gesamtwirkung schlicht umwerfend ist. Zumal dann, wenn es mit einer solchen Musizierfreude, solch intensiver Tongebung der Streicher, die diese Musik mit sicht- und hörbarer Lust spielten, und einer solchen Brillanz der Schlagzeuger ausgeführt wird wie an diesem Abend.

Da nahm man auch gerne in Kauf, dass bei den häufigen dynamischen Höhepunkten die Akustik des Krönungssaales an ihre Grenzen stieß. Die Begeisterung des Publikums war am Ende so groß, dass ein Teil aus der Suite wiederholt werden musste.

Das Konzert wird ein weiteres Mal zu erleben sein: am Sonntag, 19. November, 17 Uhr, im Eschweiler Rathaus.

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