Hauch von Sanssouci weht durch den Krönungssaal

Von: Thomas Beaujean
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Aachen. „Sanssouci - Am Hof Friedrichs des Großen” war das Accordate-Konzert im wieder einmal voll besetzten Krönungssaal im Aachener Rathaus etwas spekulativ überschrieben, dürften doch von den aufgeführten Werken nur wenige in Sanssouci erklungen sein.

Das änderte freilich nichts an der hochkarätigen Zusammensetzung der drei für diesen Abend mit alter Musik verantwortlichen Musiker: Henrik Wiese (Flöte), Alexander Hülshoff (Violoncello), und Stefan Palm (Cembalo) sind allesamt ausgewiesene Könner ihres Fachs.

An der exquisiten Ausführung der Sonaten von Johann Philipp Kirnberger, Johann Sebastian Bach, Luigi Boccherini und dem Adagio von Jean Pierre Duport war denn auch nichts auszusetzen.

Perfekt gelang das Zusammenspiel, alle Musiker bewiesen eine ausgefeilte Spieltechnik, Henrik Wiese, Soloflötist des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, brillierte mit virtuosem Spiel und einem breiten Spektrum an Klangfarben. Ähnliches ist über Alexander Hülshoff zu sagen. Und Stefan Palm ist ein hierzulande wohlbekannter Meister der Tasteninstrumente, dem in Sachen barocker Kammermusik niemand etwas vormacht.

Wenn der Abend dennoch nicht gänzlich befriedigend war, dann lag das an dem akustischen Ungleichgewicht der Melodieinstrumente mit dem Cembalo. Der Cembaloton ist in einem so groß dimensionierten Raum wie dem Krönungssaal einfach nicht durchsetzungsfähig genug. Das ist zu verschmerzen in Werken, in denen es reine Continuo-Funktion ausübt. Im Zusammenwirken mit dem tonlich sehr delikat musizierenden Cellisten gelangen die Continuo-Parts denn auch zufriedenstellend.

Problematisch wird es in den für Flöte und Cembalo bearbeiteten Triosonaten von Bach, die für zwei Melodieinstrumente konzipiert sind und wo das Cembalo ein klanglich gleichwertiger Partner sein müsste. Hier war es auf hoffnungslos verlorenem Posten, so sehr sich Henrik Wiese durch tonliche Zurückhaltung um größtmögliche Klangbalance bemühte.

Auch die Gambensonate von Bach, in der sich Hülshoff als brillanter, intonationssicherer und in barocker Aufführungspraxis versierter Cellist präsentierte, litt unter dem klanglichen Ungleichgewicht. In Bachs italienischem Konzert konnte Palm als Solist sein absolut souveränes Cembalospiel demonstrieren. Das lief in den Ecksätzen ab wie ein Uhrwerk. Viel Beifall für zum größten Teil hochvirtuose Darbietungen, der die Musiker zu zwei Zugaben animierte.
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