Aachen - Gut gemeint, aber rätselhaft: „Macbeth très très fort”

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Gut gemeint, aber rätselhaft: „Macbeth très très fort”

Von: Sabine Rother
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Akrobatisch: Franck Edmond Yao (vorne) und Joey Zimmermann in „Macbeth très très fort” im Theater Aachen. Foto: Wil van Iersel

Aachen. Warum laufen nach nahezu zwei Stunden ohne Pause selbst gutwillige Zuschauer aus dem Raum, knallen die Türen und sind genervt? Wohl nicht etwa, weil „Macbeth très très fort”, ein Projekt von Regisseurin Monika Gintersdorfer und Ausstatter Knut Klaßen, in den Kammerspielen des Theater Aachen komplett misslungen ist.

Aber die Bereitschaft, sich mit solchen Arbeiten zu beschäftigen, sollten auch engagierte Künstler mit Missionsbewusstsein nicht übermäßig strapazieren.

Gut gemeint ist es, den Extrakt aus Mord, Machtwillen und Magie in William Shakespeares „Mac-beth” mit der politischen Geschichte der Elfenbeinküste zu verknüpfen und in Episoden mit zwei weißen und zwei schwarzen Darstellern umzusetzen.

Elke Borkenstein, Joey Zimmermann, Gotta Depri und Franck Edmond Yao sind ebenbürtige Partner, die einander respektieren und mit viel Energie umsetzen, was das Projekt von ihnen verlangt. Dabei kommen intensiv körperliche, sogar artistische Fähigkeiten zum Einsatz. Kopfstand, Tanz, Gesang, dramatische Pantomime sind wichtig. Von Anfang an gibt es den Doppeltext: Der eine spricht Französisch, der andere wiederholt in Deutsch.

Das kann die Szene beleben, auf Dauer jedoch ist es mühsam und langatmig. Ja, wir haben es schon frühzeitig verstanden: Hexenglauben, Hexenpraktiken und Beschwörungen sind nicht auf Shakespeares Gestalten beschränkt. Auch an der Côte d´Ivoire, einem Teil Französisch-Westafrikas, lebt dieser Glaube in grausamsten Details.

Elke Borkenstein agiert überzeugend und mit sympathischem Interesse für die afrikanische Zauberkunst. So auch Joey Zimmermann, der große Bühnenpräsenz beweist - selbst in Momenten, in denen man nicht so recht weiß, was er eigentlich vermitteln soll.

Stark und in ihrer körperlichen Umsetzung der Inhalte Mittelpunkt der Szenen sind die Afrikaner Gotta Depri und Franck Edmond Yao Träger der Gedankenverbindung. Laufen, Kreisen, Flüstern, Tanzen und wieder Laufen - sie wissen, dass ihre Partner eigentlich überhaupt nichts wissen - vom Leben der Geister, ihren Tücken und vom Dasein des Bösen.

Warum muss aber nach beeindruckenden Szenen ein Zuschauerspielchen mit Gotta Depri als Moderator starten? Und warum wurde Elke Borkensteins Katze überfahren? Man applaudiert - müde.

„Macbeth - très très fort”, , Kammerspiele Theater Aachen. Weitere Aufführungen: 24. November, 10., 12., 22., 23. Dezember, 20 Uhr.

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