Aachen - Großes Herz für moderne Musik: Alfred Beaujean

Großes Herz für moderne Musik: Alfred Beaujean

Von: Sabine Rother
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Seit 1962 begleitet er das Aac
Seit 1962 begleitet er das Aachener Musikleben kritisch und „mit einer gewissen Verantwortung”, wie er sagt: Am Samstag wird unser Kritiker Alfred Beaujean 90 Jahre alt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Beethoven kenne ich auswendig. Wenn ich zu Hause allein Musik höre, dann die von Gegenwartskomponisten”, versichert Alfred Beaujean, seit 1962 Opern- und Konzertkritiker unserer Zeitung, mit Nachdruck.

Was ihn bis heute fasziniert, sind die Werke moderner Komponisten. „Aus dem Osten, etwa aus Lettland oder Armenien, kommen sehr schöne Sachen”, schwärmt er. „Meine Frau mag allerdings lieber Klassik und Romantik.”

Nach 65 Ehejahren kennen sich Agnes und Alfred Beaujean ziemlich gut. „Und sie war nicht immer einverstanden mit meinen Kritiken”, betont er lächelnd. Am Samstag wird Alfred Beaujean 90 Jahre alt - was ihn nicht daran hindert, sich immer wieder an die Schreibmaschine zu setzen, um eine Konzertkritik zu schreiben. „Es fehlt mir, dass ich nicht mehr in die Kölner Philharmonie komme, ich war gern in Bayreuth, Salzburg, Berlin und London”, erzählt er. „Aber das lasse ich jetzt lieber, mit dem Autofahren ist das nicht mehr so gut.”

Ein gefragter Schreiber

Die Zeiten als Stadtamtmann in der Bauverwaltung der Stadt Aachen sind lange vorbei. Beaujean, der eigentlich Kirchenmusiker werden wollte, hat sich mit Energie und Sachverstand die Musik erobert. „Ich habe stets eine gewisse Verantwortung für das Musikleben dieser Stadt empfunden, mich eingemischt, meine Meinung geäußert und wurde von vielen als unbequem empfunden.” Kann Kritik etwas bewegen? „Da bin ich mir nicht so sicher”, sagt Baujean, der bei Fachzeitschriften und zahlreichen Tageszeitungen ein gefragter Schreiber war, der Beiträge für Nachschlagewerke verfasste und in so mancher Jury saß.

Das Aachener Musikleben hat Beaujean als präziser Chronist begleitet. Seine Erinnerungen etwa an Herbert von Karajan wurden in der „Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins” veröffentlicht.

Und die Gegenwart? „Ich mag es nicht, wenn Regisseure die Gestalten meiner geliebten Mozart-Opern und Verdis ,Falstaff’ in Straßenkleidung stecken oder in Liegestühle an den Strand setzen!”

Viele Wünsche konnte er sich erfüllen - aber nicht alle. „Zweimal war ich in St. Petersburg, bin dort aber nie in die Oper gekommen”, sagt er. „Und in Paris war die neue Bastille-Oper geschlossen.”

Seinen Geburtstag wird er mit den vier Söhnen samt Familien später feiern. „Schulferien, da sind alle verreist. Aber das ist ganz in Ordnung.”

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