Großartiger Abend mit Keane im Kölner E-Werk

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
Keane/Tom Chaplin
Angetrieben von einem aufgedrehten Sänger Tom Chaplin: Die Musikgruppe Keane. Foto: ddp

Köln. Weniger war bei Keane immer mehr. Mit Klavier und Schlagzeug sind die Musiker aus Sussex in die vorderste Reihe britischer Popbands gerauscht.

Als sie dann für ihr drittes Album „Perfect Symmetry” verstärkt die Gitarre anzupften, war mehr dann eben wieder weniger und die Keane-Kurve zeigte fortan nach unten - und am Kölner E-Werk musste für Keane doch tatsächlich die Abendkasse geöffnet werden. Bedauerlich - für die, die nicht da waren.

Es war ein großartiger Abend - für das Publikum und die Band, die von der Begeisterung getragen wurden. Es war ein Konzert wie ein Selbstläufer, angetrieben von einem aufgedrehten Sänger Tom Chaplin und mit Energie geladen von Pianist Tim Rice-Oxley und Schlagzeuger Richard David Hughes - dazu gab es auch noch eine saubere Basslinie von Jesse Quin. Chaplin war ungemein präsent, so dass man ihm auch seine etwas übertriebene Gestik verzeihen mochte, bisweilen verrenkte er die Arme wie ein Musikazubi in einer Castingshow. Nur dass er besser singen kann als die dort gezüchteten Popsternchen. Mit „Bend and break”, „This is the last time”, „Somewhere Only We Know” , „Everybody´s Changing” oder dem Schlussakkord „Bedshaped” (alle von „Hopes and Fears”) waren es in erster Linie die Frühwerke der Band, die die Akzente setzen.

Immer wenn Chaplin für neuere Songs (etwa „Spiralling”) die Gitarre um den Hals baumeln ließ, konnte zwar rhythmisch geklatscht aber auch schnell wieder vergessen werden. Denn dann klangen Keane so wie Neue Deutsche Welle mit etwas mehr Sinn im Gesang. Aber diese Belanglosigkeiten waren nur spärlich ins Programm gebastelt - gut so. Die emotionalen Balladen dominierten, mit „Early Winter” - eigentlich von Gwen Stefani gesungen aber eben von Rice-Oxley geschrieben - wurde ein ganz feiner Akzent gesetzt. Ein richtiger Weniger-ist-mehr-Song. Ein gutes Stück Keane.
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