Aachen - Grenzlandtheater: „Love Story“, die noch lange nicht verstaubt klingt

Grenzlandtheater: „Love Story“, die noch lange nicht verstaubt klingt

Von: Sabine Rother
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Ein schönes Paar: Madeleine Lauw und Christian Fröhlich spielen die Hauptrollen im Musical „Love Story“, das am 15. Dezember im Grenzlandtheater Aachen Premiere hat. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Geschichte hinter der Geschichte: Während seiner Musicalausbildung hat Christian Fröhlich (27) bei einem Projekt der Londoner Royal Academy of Music mitgemacht – Titel der Studentenproduktion: „Love Story“! Nun steht er im Grenzlandtheater Aachen auf der Bühne.

Hier hat am 15. Dezember das Musical „Love Story“ von Stephen Clark und Howard Goodall, uraufgeführt 2010 in London, nicht nur Premiere – es ist die deutsche Erstaufführung. und Fröhlich darf als Oliver Barrett IV auf der Bühne Madeleine Lauw (26) in der Rolle der Jenny Cavilleri küssen.

Ulrich Wiggers inszeniert

Dass es so gekommen ist, ist ein Zufall – und Regisseur Ulrich Wiggers gibt das sogar zu. „Ich kenne Christian. Als er die Rolle bei der Royal Academy spielte, hat er mir geschrieben, dass dieses Musical ins Grenzlandtheater passen würde“, erzählt er. Für das Haus sei das Musical „eine tolle Sache“, freut sich Intendant Uwe Brandt. „Als wir mit dem Verlag verhandelt haben, war die Übersetzung noch in Arbeit.“

Klingen die Songs auch auf Deutsch gut? „Ja“, versichert der Intendant. „Es ist sogar wichtig für die Handlung, dass man etwas versteht.“ Fröhlich, der vor Aachen nur die englische Version kannte, ist verblüfft. „Die Dialoge sind genauso frech wie im Original.“ Und das Original ist ein gar nicht besonders umfangreicher Roman von Erich Segal. Ein abgegriffenes Exemplar mit vielen gelben Klebezetteln liegt wie ein Glücksbringer stets in der Nähe des Regisseurs.

Als Arthur Hiller 1970 „Love Story“ als Film-Musical herausbrachte – Segal hatte hierzu gleichfalls das Drehbuch verfasst – weinte die Welt mit den Liebenden, und die Titelmelodie wurde berühmt. „Die erklingt natürlich auch bei uns“, verspricht Damian Omansen, musikalischer Leiter der Aachener Produktion, in der die Musik gefühlvoll, aber – wie Omansen betont – „unkitschig“ das Geschehen begleitet. Klavier, Gitarre, zwei Violinen, Viola, Cello und Kontrabass versprechen einen fast klassischen Klangteppich. „Das passt zur Geschichte“, meint Omansen. „Schließlich studiert Jenny im Stück Musik und will Pianistin werden. Aber dann begegnet ihr die große Liebe. Ich finde, das hört man in der Musik, da hat diesmal ein Schlagzeug nichts zu suchen.“

Gibt es die berühmte „Liebe auf den ersten Blick“ überhaupt? „Immerhin leben die beiden sechs Jahre miteinander, das ist für mich eine wichtige Aussage“, betont Wiggers, der den empfindsamen Film von 1970 zwar kennt, sich in der Produktion des Grenzlandtheaters allerdings dem Musical-Genre verpflichtet fühlt. „Da muss man ein bisschen mit Tempo arbeiten, es ist schließlich auch Unterhaltung“, meint er.

Das Casting für die Rolle der Jenny war spannend: „Wir brauchten eine Darstellerin, die gut singen kann, die zerbrechlich wirkt und zugleich sehr selbstbewusst ist. Die haben wir gefunden.“ Und Madeleine Lauw und Christian Fröhlich versichern: „Die Chemie zwischen uns stimmt, das ist ein großer Vorteil bei solchen Rollen.“

Wie bereitet man sich auf ein Stück wie „Love Story“ vor – durch den Kinofilm? „Nein, den habe ich mir bis jetzt noch nicht angeschaut. Das werde ich vielleicht nach der Premiere tun“, sagt Madeleine Lauw. „Ich möchte die Rolle ganz für mich entwickeln, der Film würde vielleicht ablenken.“ Aber ist eine solche Geschichte in Zeiten von Speed Dating und Kontaktbörsen im Internet überhaupt noch aktuell? „Da wird eine Geschichte erzählt, in der Wahrhaftigkeit eine große Rolle spielt“, betont Fröhlich. Liebe und Romantik, Wehmut, Schmerz und Nachdenklichkeit – für Darsteller und Regisseur sind das moderne Begriffe. Dass „Love Story“ als Film schon vor 46 Jahren die Zuschauer rührte, spielt da keine Rolle.

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