Grellbuntes Popspektakel: Coldplay startet Stadion-Tour in Köln

Von: Mark Ludwig, dpa
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Zum Auftakt ihrer Stadion-Tournee versprachen Coldplay die beste Show aller Zeiten. Spektakulär war das Konzert in Köln auf jeden Fall - für manchen Besucher allerdings etwas zu kurz. Foto: dpa

Köln. Feuerwerk, Konfettiregen und ein von tausenden Leuchtarmbändern erzeugtes Lichtermeer: Beim Auftakt-Konzert ihrer aktuellen deutschen Stadion-Tournee am Dienstagabend in Köln machte die britische Erfolgsband Coldplay von Beginn an klar, dass die Fans ein großes Popspektakel erwarten durften.

„Es ist uns ein Ehre hier spielen zu dürfen”, begrüßte Sänger Chris Martin die 45.000 Fans im ausverkauften RheinEnergieStadion auf Deutsch, um im Anschluss selbstbewusst anzukündigen, dass sie an diesem Abend die beste Show aller Zeiten spielen würden.

Tatsächlich erlebten die begeisterten Zuschauer eine gelungene Live-Performance, bei der insbesondere der mit Schauspielerin Gwyneth Paltrow verheiratete Frontmann Chris Martin alles aus sich herauszuholen versuchte. Immer wieder animierte der lässig in einem türkisfarbenen T-Shirt auftretende Sänger die Fans zum Mitsingen und Mitklatschen, tanzte, sprang und kroch über die Bühne. Eindrückliche Bilder liefen über die großen, runden Videoleinwände, als er sich am Ende des Hits „Viva la Vida” erschöpft und schweißgebadet auf die Bühne fallen ließ und sein Gesicht mit Konfetti bedeckte.

Einmal mehr bewiesen die erfolgsverwöhnten Briten, dass sie nicht nur eingängige Hits produzieren können, sondern auch eine wirklich gute Liveband sind. In schönster Spätsommeratmosphäre demonstrierte Coldplay die seltene Fähigkeit, ein ganzes Stadion in den Bann zu ziehen. Musikalisch erfreute die Band, der vor 12 Jahren mit dem Debüt-Album „Parachutes” der musikalische Durchbruch gelang, mit einem großen Repertoire bekannter Nummern, die von den Fans immer wieder lautstark mitgesungen wurden. Von frühen Songs wie „Yellow” über bereits zu Klassikern gereiften Hits wie „In My Place” bis hin zur aktuellen Hitsingle „Hurts like Heaven” hatte Coldplay in der rund eineinhalbstündigen Show gleich eine ganze Reihe großer Hits im Gepäck.

Das Quartett, das mit über 50 Millionen verkaufter Alben zu den erfolgreichsten ihrer Zeit zählt, legte dabei einen engagierten Auftritt hin. Ihren bekannten, melodiös-gefühlvollen Songs verliehen sie die für ein Stadion-Konzert notwendige Kraft. Wie bereits bei ihrer Arena-Tour, die Coldplay Ende vergangenen Jahres ebenfalls in Köln eröffnet hatte, versuchten die Britpopper mit einer spektakulären Show zu beeindrucken. Ob bunt bemalte, durch das Stadion schwebende Luftballons, blau-rosa leuchtende Schmetterlinge oder Feuerwerksfontänen zum Ein- und Ausstieg des Auftritts - immer wieder versetzten sie die Stadion-Zuschauer ins Staunen. Besonders effektvoll erwiesen sich die vor dem Konzert an die Zuschauer verteilten Lichtarmbänder. Über Funk gesteuert leuchteten diese in verschiedenen Farben zu einzelnen Songs immer wieder auf und verwandelten das Stadion in ein buntes Lichtermeer.

Eindrücklich waren jedoch auch die stilleren Momente - etwa als sie auf einem weit ins Publikum hineinragenden Steg das stimmungsvoll-berührende „Warning Sign” anstimmten. Für einen kleinen Überraschungseffekt sorgte die Zugabe, bei der Chris Martin, Jonny Buckland, Will Champion und Guy Berryman plötzlich auf einer kleinen Bühne am anderen Ende des Stadions auftauchten, um von dort mit dem Lied „Us Against The World” und einem „Happy Birthday” Sängerin Beyoncé aus der Ferne zum 31. Geburtstag zu gratulieren. Die Fans bedankten sich für den starken Auftritt mit viel Applaus, auch wenn sich einige Anhänger eine noch etwas längere Show gewünscht hätten.

In den nächsten beiden Wochen sind Coldplay bei ihrer Stadion-Tour noch in München (12. September, Olympiastadion), Leipzig (14. September, Red Bull Arena) und Hannover (22. September, AWD-Arena) zu erleben.
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