Götz Alsmann: Zauber der Nostalgie auf Burg Wilhelmstein

Von: Stefan Schaum
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Glamourös in Klang und Kleidung: Götz Alsmann huldigt auf Burg Wilhelmstein den Großen vom Broadway. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Gutes kommt wieder. Götz Alsmann zum Beispiel. Mit Jazzschlagern und virtuos aufeinander abgestimmter Herrencombo ist der Entertainer einer der hartnäckigsten Stammgäste auf Burg Wilhelmstein in Würselen-Bardenberg.

Kaum eine Freilichtsaison ohne den emsigen Verfechter von Bossa nova, Swing und Mambo. Jetzt hat er im ausverkauften Rund erneut dem „Broadway“ gehuldigt, den amerikanischen Songperlen der späten 1920er bis zu den 1950ern.

Was Cole Porter, George Gershwin und andere auf die Notenblätter brachten, hatten deutsche Texter seinerzeit mit Zeilen veredelt, die vom schlichten Schüttelreim bis hin zu großer Lyrik reichen. Alsmann hat sie ausgegraben und abgestaubt, denn das ist genau sein Ding. „Hier sind unfassbar große Lieder entstanden“, eröffnete er dem Publikum. Und groß brachte er sie rüber: mit leichtfüßiger Meisterschaft, mit Schwung und Heiterkeit.

So sieht es aus, wenn gestandene Männer vor lauter Spielfreude wild wie kleine Jungs zu Werke gehen. Für Ingo Senst als Neuzugang am Kontrabass war es eine Premiere auf der Freilichtbühne. Doch zeigte der Jungspund sich bereits bestens integriert ins bewährte Ensemble aus Altfrid M. Sicking (Vibraphon, Xylophon), Rudi Marhold (Schlagzeug) und Markus Paßlick (Percussion).

Ebenso behände wie am Flügel erwies Alsmann sich als Plauderer. Zwischen den Songs streute er Anekdoten von den Aufnahmen des jüngsten Albums in New York ein, schwadronierte von seiner Kindheit in der Wirtschaftswunderzeit und war einfach jederzeit ganz das Kind der großen alten Entertainer, die er so verehrt.

Pure Nostalgie, na klar. Aber wie Alsmann all das inszeniert – von der pomadierten Haartolle bis zum bonbonfarbenen Jackett in zartem Rosa –, ist es ganz zeitlos. „Würselen, wir werden von Jahr zu Jahr jünger!“ Wer wollte ihm da schon widersprechen?

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