Götz Alsmann auf Burg Wilheimstein: Ganz locker rausgeschüttelt

Von: Stefan Schaum
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Feiner Zwirn: Diesmal sind die Sakkos lila-schwarz gestreift. Ansonsten machen Götz Alsmann und seine Musiker alles wie immer: meisterlich. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Der Klang der Weltstädte ist seit einer Weile sein roter Faden. Den Sound von Paris hat Götz Alsmann als erstes eingefangen und anschließend New Yorker Jazzperlen ausgebuddelt. Und nun, beim dritten Themen-Album, ist er in Rom gelandet. Garniert mit Amore und Azzuro, mit Chianti und allem Zipp und Zapp. Vor allem aber mit seiner raffinierten Art, den Schlagerjazz so ungemein schelmisch swingen zu lassen.

Ohne Alsmann wäre_SSRqs einfach kein richtiger Sommer auf Burg Wilhelmstein. Dort ist er einer der beständigsten Stammgäste und meist zum Ende jeder Open-Air-Saison auf der Programmliste zu finden. Das Beste kommt halt zum Schluss, so sagt man ja. Souverän bestätigt vom jüngsten Würselener Auftritt der virtuos aufspielenden Herrenreisegruppe – neben Alsmann trumpfen Schlagzeuger Rudi Marhold, Percussionist Markus Paßlick, Bassist Ingo Senst und Altfrid Maria Sicking auf, der mit Vibraphon und Trompete immer wieder Glanzpunkte schafft.

Mit Tasten und Worten

„Ciao, ciao bambina“, „Carina“, „Come prima“ – es sind vor allem die ganz großen Hits aus Italien, die Alsmann im pickepackevollen Rund der Freilichtbühne auspackt. Wissenswertes und noch viel mehr Skurriles liefert der Entertainer in seinen launigen Moderationen, die gut ein Drittel des Abends ausmachen, dankenswerterweise gleich mit.

Auf jede fachkundige und verbürgte Information rund um die italienischen Komponisten packt Alsmann mindestens zwei herrlich hanebüchene Schnurren und hastet dabei mitunter wild gestikulierend wie ein Derwisch über die Bühne. Der womöglich letzte deutsche Entertainer alter Schule ist halt ein Tausendsassa, der sein Publikum mit Tasten und Worten gleichermaßen packen kann.

Immer wieder gibt es Szenenapplaus für die feinen Soli des Abends, immer wieder schmeißen sich alle weg vor Lachen. Das ist der große Kunstgriff, den der Mann mit der Schmalztolle und dem Kassengestell so meisterlich beherrscht: ganz, ganz große Musik ganz, ganz locker rauszuschütteln. Zwei Stunden lang gibt das Quintett alles und darf zum Abschied die Ovationen genießen. Verdientermaßen. Mille grazie!

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