Lüttich - Gesanglich ein Hochgenuss: Märchen von Donizetti

Gesanglich ein Hochgenuss: Märchen von Donizetti

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:
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Glänzend: Sonia Ganassi in „La Favorite“ in Lüttich. Foto: Lorraine Wauters, Opéra Royal de Wallonie

Lüttich. Die Erfolgsserie mit musikalisch vorzüglichen Produktionen italienischer Opern an der Lütticher „Opéra Royal de Wallonie“ reißt nicht ab. Nach Puccinis „Manon Lescaut“ und Bellinis „Norma“ kann auch die in Zusammenarbeit mit dem Teatro La Fenice Venedig entstandene Inszenierung von Gaetano Donizettis Oper „La Favorite“ vor allem gesanglich überzeugen.

Mit Sonia Ganassi für die Paraderolle der zentralen Hauptfigur Léonor de Guzman hat Intendant Stefano Mazzonis du Pralafera erneut ein besonders glückliches Händchen für die Besetzung bewiesen. Die Mezzosopranistin zeigt sich sowohl den lyrischen wie den verzweifelt-dramatischen Aspekten der Partie gesanglich souverän gewachsen.

Wer aber puren Schönklang erwartet, dürfte in Lüttich nicht ganz auf seine Kosten kommen. Dafür setzt Luciano Acocella am Pult des Lütticher Orchesters auf zu starke dramatische Akzente, von denen sich vor allem die männlichen Figuren bisweilen ein wenig bedrängt fühlen, so dass Celso Albelo in der Tenor-Rolle des frommen Liebhabers Fernand und vor allem Mario Cassi in der draufgängerischen Partie des Königs Alphonse bisweilen die Pfade bruchloser Gesangslinien verlieren. Dennoch eine musikalisch vertretbare und in vielen Punkten überzeugende Darstellung.

Die Regisseurin Rosetta Cucchi siedelt das Werk in den Dekorationen von Massimo Checchetto in einer unwirklich märchenhaft verschleierten Welt an, die von dunklen, mit Grabkammern versehenen Mauern begrenzt ist, die sich ab und zu öffnen. Léonor selbst wie auch die Damen des Chores escheinen in weißen Gewändern wie irreale Undinen.

Die bizarre Dreieckshandlung, in der sich Léonor zwischen dem Mönch Fernand und dem König aufreibt, führt die Regisseurin präzise aus. Die nächsten Aufführungen: am 19., 22., 25. und 28. November.

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