Gelungenes Jubiläumskonzert des Jungen Sinfonieorchesters Aachen

Von: Pedro Obiera
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Begeisterndes Jubiläumskonzert: das Junge Sinfonieorchester Aachen und der Studentenchor der Katholischen Hochschulgemeinde im Aachener Eurogress mit Verdis Requiem. Foto: Ralf Roeger

Aachen. 35 Jahre Junges Sinfonieorchester Aachen: ein würdiger Anlass, um in großer Besetzung zusammen mit dem Aachener Studentenchor der Katholischen Hochschulgemeinde zum Auftakt des Trauermonats ein groß dimensioniertes Werk wie Giuseppe Verdis „Missa da Requiem“ zu präsentieren.

Der Eurogress war gut gefüllt und der Schlussbeifall zeigte, dass das grandios-ergreifende Werk seine Wirkung in der Interpretation durch die jungen Leute nicht verfehlt hat.

Hervorragender Studentenchor

Das bereits von Peter Sauerwein gegründete Orchester und der noch ältere, derzeit von Thorsten Krause betreute Studentenchor brachten alle positiven Attribute in den Vortrag ein, die von jungen Kräften ausgehen können. Spielfreude, Elan und im Chor frische, unverbrauchte Stimmen, die das dunkle Klangkolorit des Werks aufhellen und die tröstliche Botschaft verstärken können.

Peter Sauerwein dosierte die Tempi so geschickt, dass der getragene Ernst der Totenmesse zur Geltung kam, ohne in einen lamentierenden Tonfall zu verfallen. Der Opernkomponist wurde nicht nur im imposant auftrumpfenden „Dies Irae“ hörbar.

Beide Ensembles präsentierten sich in exzellenter Form, was auf eine vorzügliche Vorbereitung schließen lässt. Die orchestralen Fallstricke der anspruchsvollen Partitur bewältigte das Orchester auf beachtlichem Niveau, so dass Sauerwein in der Tempowahl keine Rücksicht auf die Spielfertigkeiten des Orchesters Rücksicht nehmen musste. Kleinere Unstimmigkeiten fielen dabei kaum ins Gewicht. Auch der Chor bewältigte selbst das heikle Sanctus-Fugato mühelos und bestach durch seine Klangfülle und seine exzellente Gesangskultur. Auch im Zusammenwirken der beiden großen Ensembles gab es keine nennenswerten Probleme.

Einen beträchtlichen Anteil zum Erfolg der rundum gelungenen Aufführung trug auch das Solistenquartett bei, das sowohl in den Ensemblesätzen als auch in den Solo-Gesängen überzeugen konnte.

Strahlende Stimmen

Die Sopranistin Cordula Berner, der lediglich einige extrem exponierte Spitzentöne Probleme bereiteten, und die wie stets tonschön singende und klug phrasierende Mezzosopranistin Marion Eckstein harmonierten besonders gut, so dass das „Recordare“-Duett zu den Höhepunkten des Abends gezählt werden muss. Der Tenor von Carsten Süss verfügt über eine ausreichende Strahlkraft, wirkte allerdings leicht angestrengt.

Mit seinem noblen Bass und der nötigen ruhigen Ausstrahlung verlieh Werner van Mechelen seinem Part das nötige Profil. Lang anhaltender, sich nach den introvertierten Schlussakkorden bis zu Begeisterungsstürmen anwachsender Beifall des Publikums, der der Leistung der jungen Künstler vollauf gerecht wurde.

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