Geigerin Hilary Hahn verzaubert Publikum beim Meisterkonzert

Von: Thomas Beaujean
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Sie krönte zum Abschluss die Meisterkonzert-Saison im Aachener Euro-gress im nahezu vollen Haus: Die amerikanische Geigerin Hilary Hahn sorgte für einen fesselnden Abend. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Ein Weltstar bescherte der Reihe der Aachener Meisterkonzerte zum Abschluss der Saison noch einmal ein nahezu volles Haus. Die amerikanische Geigerin Hilary Hahn ist in der Lage, auch die größten internationalen Konzertsäle zu füllen.

Um so größer war das Vergnügen, sie auch einmal im Aachener Eurogress mit einem Recital zusammen mit ihrem Klavierpartner Cory Smythe zu erleben.

Zum Auftakt Mozart

In der Gestaltung ihres Programms, das fernab des Mainstreams lag, kommt sie dem Publikum keineswegs entgegen: Nur eine Künstlerin dieses Formats kann es sich leisten, einen kompletten zweiten Konzertteil mit zeitgenössischer Musik zu bestreiten.

Sie eröffnete den Abend mit Mozarts Violinsonate Nr. 27 G-Dur, einem Werk, das eher das Klavier als die Geige in den Mittelpunkt rückt. Cory Smithe spielt diesen Klavierpart elegant und tonlich delikat. Und Hilary Hahn verbreitet schon hier die volle Süße des Tons ihrer Vuillaume-Geige, ein Ton, der sich, abgesehen von der Pizzicato-Variation im letzten Satz, mühelos gegen den Klavierpart durchsetzen kann. Das ist ein Mozart-Spiel voller Natürlichkeit, frei von jeder Manieriertheit, wie sie manche berühmte Kollegin bei Mozart an den Tag legt.

Welch große Künstlerin Hilary Hahn ist, das wurde erst recht offenbar bei der Wiedergabe der 3. Violinsolo-Sonate C-Dur von Johann Sebastian Bach. Die völlige technische Beherrschung und die geistige Durchdringung dieser ungemein anspruchsvollen Materie, die völlig uneitle, geradezu entspannt wirkende Art ihres Bach-Spiels reißt auch jene mit, denen Bach-Solosonaten ansonsten fremd sind. Und so wurde ihre grandiose Wiedergabe der ausgedehnten Fuge, dieses komplexen und kontrapunktisch höchst kunstvollen Gebildes, zum Höhepunkt des Abends. Hahn pflegt hier ein Legato-Spiel, das erst gar nicht den Versuch unternimmt, sich historisch-informiert zu geben. Trotzdem überzeugt diese Werkdeutung durch eine faszinierende Offenlegung kompositorischer Strukturen.

Im zweiten Teil erklangen Werke, die teilweise für Hahn geschrieben wurden. So das erste der sechs Stücke für Violine des Spaniers Antón García Abril, das hier seine europäische Erstaufführung erlebte und in mancher Hinsicht an Bach anknüpft.

Absolut perfekt

Ebenso wie das Stück „Blue Curve of the Earth“ der Amerikanerin Tina Davidson. Ein ausgesprochen freundliches und liebenswürdiges Werk ist die Sonate für Violine und Klavier von Aaron Copland. Alles einschließlich der beiden Zugaben wurde in absoluter spieltechnischer Perfektion und überzeugenden Interpretationen von beiden Künstlern geboten. Ein fesselnder und bereichernder Abend. Schlicht Weltklasse.

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