Ganz nah dran an den Fans: Maffay in Köln

Von: Bernd Schuknecht
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Rockig: Peter Maffay in der Kölner Lanxess Arena. Foto: Thomas Brill

Köln. „Niemals war es besser“ singt Peter Maffay in der Kölner Lanxess Arena, wo ihm seine Fans einen lautstarken Empfang bereiten. Schon der rockige Sound, den der 65-Jährige im Macho-Biker-Outfit samt achtköpfiger Band verbreitet, lässt keinen Zweifel zu: Maffay will es erneut wissen.

„Wenn das so ist“ lautet nicht nur der Titel der Tournee, sondern auch seines 16. Erfolgsalbum. Wenn das so ist, dass also im Vorfeld die Erwartungen der Fans derart hochgesteckt wurden, dann gibt es für Maffay nur eins: Er will sie übererfüllen.

Um die Nähe zu den Fans zu verbessern, wurde ein LED-illuminiertes Laufsteg-Oval durch den Innenraum erdacht, das zudem den lukrativen Nebeneffekt hatte, dass über 17.000 Tickets verkauft werden konnten. Maffay steht am vorderen Rand und lässt „aus der Perspektive von 1,68 Metern“ die überwältigende Publikumskulisse auf sich wirken, bevor er „Nur Du hörst“ anstimmt.

Mit kräftigen Funk-Rhythmen und einem Hauch Hip-Hop adaptiert er bei „Sie bleibt“ sogar aktuelle R‘n‘B-Sounds, ehe er sich dann in der Rolle des ewigen Steppenwolfs in „Gelobtes Land“ seinen klischeehaften Easy-Rider-Träumen von der Fahrt in die untergehende Sonne hingibt. Mit einer Brandrede über die Zustände in der Welt im Allgemeinen und den Zustand unserer Gesellschaft im Besonderen geht es dann kurz in die politische Wirklichkeit. Auch hier sind die Fans ganz nah bei ihm, zumal sie wissen, dass Maffay über verschiedene Stiftungen Missständen, insbesondere für Kinder, zu begegnen versucht.

Im zweiten Teil präsentiert die Band Songs von Vorbildern einzelner Musiker. Bei Maffay sind es zum Beispiel „Love Me Tender“ von Elvis Presley oder „Angie“ der Rolling Stones, Schlagzeuger Bertram Engel entscheidet sich für „Get Back“ der Beatles, und Gitarrist Carl Carlton outet sich mit „Heart of Gold“ als Neil-Young-Fan. Und dann natürlich: eigene alte Hits.

Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, durften die Fans abstimmen, und dann zu „Eiszeit“, „Tiefer“ und das Karat-Cover „Über sieben Brücken musst Du gehn“ noch mal richtig jubeln. Maffays Musik sowie Selbstdarstellung sind Geschmackssache, aber wenn das so ist, dann haben er und seine Musiker auf jeden Fall viel Respekt für ihr allerbestes Handwerk verdient.

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