Würselen - Funk auf Burg Wilhelmstein: Still sitzen ist hier einfach keine Option

Funk auf Burg Wilhelmstein: Still sitzen ist hier einfach keine Option

Von: hjd
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Ein Kollektiv, das genügend Freiräume bietet: Nils Landgren, der Mann mit der roten Posaune (Mitte), und seine Funk Unit auf Burg Wilhelmstein. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Würselen. Guter Funk braucht vor allem eins: ein grundsolides Fundament. Will heißen: Der Groove muss messerscharf sitzen, und dafür haben vor allem Bass und Schlagzeug zu sorgen. Wer Musiker wie Magnum Coltrane Price und Robert Mehmet Ikiz im Rücken hat, der muss sich da überhaupt keine Sorgen machen.

„Mr. Red Horn“ Nils Landgren ist in dieser glücklichen Situation, und deshalb bietet jedes Konzert seiner Funk Unit verlässlich eine gut gelaunte, extrem tanzbare, mitunter virtuose Verbindung von Funk, ein bisschen Soul und viel Jazz. Was an diesem Sommerabend auf Burg Wilhelmstein dazu führt, dass die Temperatur um noch ein paar Grad Celsius in die Höhe getrieben wird. Eine schweißtreibende Angelegenheit für das Publikum auf den nicht ganz ausverkauften Rängen unter der Zeltkonstruktion in Würselen-Bardenberg. Still sitzen ist einfach keine Option bei dieser Musik.

Natürlich ist Landgren, der Mann mit der roten Posaune, der Star dieser Veranstaltung. Doch der 59-Jährige zelebriert das auf eine angenehm zurückhaltende Art und Weise. Die sechs Männer aus Stockholm funktionieren auf der Bühne als bestens eingespieltes Kollektiv, in dem jeder Freiräume für Improvisationen hat. Mit Saxofonist Jonas Wall spielt sich Landgren kongenial die Bälle zu, Gitarrist Andy Pfeiler grundiert den Rhythmus und glänzt als Solist, Keyboarder Petter Bergander liefert beständig den Beweis, dass Jazz und Funk eng beieinander liegen können. Und im Hintergrund liefern Ikiz und Price, der übrigens über eine tolle Soulstimme verfügt, einen Höllenjob ab.

Funk Unit bieten einen Querschnitt aus ihrem Repertoire, wobei Stücke wie „Funk for Life“, „Freak U“ oder „Rhythm is our Business“ die Richtung vorgeben: immer schön geradeaus. Das wunderbare „Dry“ fällt mit seinem jazzig-verschlepptem Tempo da etwas aus dem Rahmen.

Ganz zum Schluss steht der Meister dann doch noch ganz allein auf der Bühne, bläst ein virtuoses Solo und „dekonstruiert“ dabei seine Posaune im laufenden Betrieb, um sie dann wieder zusammenzusetzen. Ein nettes Gimmick, ein toller Abend. Jubel und Begeisterung.

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