Aachen/Las Vegas - „Für mich schließt sich ein Kreis“

„Für mich schließt sich ein Kreis“

Von: hjd
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Aachen/Las Vegas. Luana DeVol hat noch viele Freunde in Aachen. Aber nicht nur deshalb dürfte das Interesse riesengroß sein, wenn die in den USA geborene und lebende Sängerin hier mit einem Wagner-Programm zu hören sein wird. Die Sopranistin legte in Aachen den Grundstein für eine Weltkarriere. Von 1984 bis 1987 war sie hier engagiert, bevor sie nach Mannheim ging und ab 1990 als Gastsängerin auf allen großen Bühnen der Welt Erfolge feierte.

Guten Tag, Frau DeVol. Schön, Sie bald wieder in Aachen begrüßen zu können.

Luana DeVol: Ich freue mich sehr darauf. Denn für mich schließt sich damit ein Kreis.

Warum?

DeVol: Ich habe meine erste Wagner-Rolle in Aachen gesungen: die Senta im „Holländer“. Und jetzt singe ich wieder ein Wagner-Programm – mit Brünnhildes Schlussgesang aus der „Götterdämmerung“ im Zentrum.

Erinnern Sie sich noch gut an Ihren Aachener „Holländer“?

DeVol: Natürlich. Und das nicht nur, weil Wolfgang Wagner bei der Premiere im Publikum saß.

Wie das?

DeVol: Er hatte eine Ausstellung zu Ehren von Wilhelm Pitz besucht, dem ehemaligen Aachener Chorleiter, der auch lange bei den Festspielen in Bayreuth gearbeitet hat.

Haben Sie eine besondere Beziehung zu Richard Wagner?

DeVol: Ja. Seine Idee vom Gesamtkunstwerk hat mich immer sehr fasziniert. Ich selbst habe als Sängerin auch immer großen Wert auf die Verbindung von Musik und Wort gelegt. Wenn ich Wagner gesungen habe, war es immer so, als würde ich heimkehren.

Sie haben große Wagner-Rollen gesungen, neben der Senta die Brünnhilde und die Ortrud. Hat man als Sängerin Angst vor diesen Herausforderungen?

DeVol: Nein, Angst hatte ich nie. Ich war ja nicht mehr ganz jung, als ich meine Gesangskarriere begonnen habe. Ich hatte viel Erfahrung und gute Nerven. Und ich habe mich nie verheizen lassen. Die Isolde zum Beispiel habe ich abgelehnt, weil die Rolle damals nicht zu meiner Stimme passte.

Sie waren auch in Bayreuth. Für jede Wagner-Sängerin muss das der Ritterschlag sein.

DeVol: Es war herrlich und aufregend zugleich. Ich fühlte mich wie in einer Familie – ähnlich wie in meinen Jahren in Aachen. Da sind wir Sänger mit den Bühnentechnikern und Musikern oft nach den Vorstellungen noch ein Bier trinken gegangen. Auch in Bayreuth haben wir viel zusammengesessen. Ich habe immer die Erfahrung gemacht: Je größer das Theater, desto schneller geht dieses Familiengefühl verloren.

Beobachten Sie aus der Ferne, was heute in Bayreuth passiert?

DeVol: Ich bin immer noch mit Wagner beschäftigt, deshalb interessiert es mich sehr. Es gibt hier in den USA ein neues Wagner-Projekt, bei dem ich mitarbeite. Ich kümmere mich um junge Sängerinnen und -Sänger, denen ich helfen kann, die Stimme auszubilden – und vor allem nicht zu schreien, wenn sie Wagner singen.

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