Französische Komponisten beim Kammerkonzert

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Wenn französische Kammermusik des frühen 20. Jahrhunderts angesagt ist, sind Bläser, namentlich Holzbläser, nicht weit. Somit ließ sich im wiederum voll besetzten Spiegelfoyer des Aachener Theater zum dritten Kammerkonzert der Saison auch kein einziger Streicher sehen.

Dafür aber, nicht weniger ungewöhnlich, Blechbläser für Francis Poulencs Triosonate für Horn, Trompete und Posaune op. 33. Ein Werk, dessen überraschende Besetzung mehr verspricht, als Poulenc kompositorisch einlösen konnte. Michael Roberts (Horn), Simon Bales (Trompete) und Saman Maroofi (Posaune) investierten viel Herzblut in die Interpretation.

Allzu viel Tiefgang nahmen die Meister um Jean Françaix und Albert Roussel für ihre Bläserstücke ohnehin nicht in Anspruch. In diesem Umfeld nimmt Claude Debussys „Prélude à l’après midi d’un faune“ eine einsame Spitzenstellung ein, sogar in einer von Michael Webster skelettierten Fassung für Flöte, Klarinette und Klavier. Eine Bearbeitung, die mit den sehr charakteristisch gewählten Blasinstrumenten und einem geschickt arrangierten Klavierpart die überragende Bedeutung und Wirkung des Werks bewahren kann. Hier verdienen Stefanie Faust (Flöte), David Kindt (Klarinette) und Volker Hiemeyer (Klavier) für ihre suggestive Darstellung Lob und Anerkennung.

Die Flötistin glänzte dann noch mit Poulencs filigran schillernder Flötensonate aus dem späten Jahr 1957, die nichts mehr mit den kapriziösen Divertissementchen der frühen Jahre gemein hat. Matthias Rein am Klavier erwies sich hier als ebenbürtiger Partner.

Der Aachener Oboist Stéphane Egeling überraschte dann noch mit einer Eigenkomposition, einem Melodram zu den „Bremer Stadtmusikanten“ für Oboe, Klarinette, Fagott und Sprecher. Eine witzig-originelle Partitur von skizzenhaft präzisen Charakterstudien der Tiere und Situationen, deren Rahmenhandlung die Schauspielerin Bettina Scheuritzel rezitierte. Viel Beifall für ein ungewöhnliches Kammermusikerlebnis. Das Konzert wird Montagabend um 20 Uhr im Spiegelfoyer wiederholt.

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