Folkwang Kammerorchester beim Benefizkonzert für den Aachener Dom

Von: Thomas Beaujean
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Junge Musiker mit alter Musik: das Folkwang Kammerorchester aus Essen beim Benefizkonzert im Aachener Dom. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein Jubiläum erlebten die von Michael und Michaela Wirtz initiierten Benefiz-Konzerte zur Erhaltung des Aachener Doms: Zum 30. Mal jährte sich dieses Konzert, das einen beträchtlichen Beitrag zur Sanierung des Domes leistet, wie Dompropst Manfred von Holtum in seinen Begrüßungsworten ausführte. Zu Gast war diesmal das Folkwang Kammerorchester Essen unter der Leitung von Johannes Klumpp.

Musik der Familie Bach wurde geboten, erweitert um fünf in dieser stilistischen und spirituellen Umgebung etwas fremd wirkenden Kontratänze von Wolfgang Amadeus Mozart. Dabei kamen die Söhne Wilhelm Friedemann, Johann Christian und Carl Philipp Emanuel ebenso zu Wort wie der Vater Johann Sebastian.

Das 16-köpfige Streicherensemble, ausnahmslos junge Musikerinnen und Musiker, die noch am Anfang ihrer beruflichen Karriere als Orchestermusiker stehen, wurde in einigen Stücken erweitert um Querflöten. So zum Beispiel bei den eingangs gespielten Adagio und Fuge von Wilhelm Friedemann Bach. Das Essener Ensemble spielt historisch informiert, ohne Vibrato, artikuliert sehr sorgfältig und lebendig, steht spieltechnisch auf einem guten Niveau, wobei man sich auch rasante Tempi in den Finalsätzen leisten kann, die allerdings in der etwas diffusen Dom-Akustik nicht unbedingt zur Erhellung der musikalischen Strukturen beitrugen.

Geschickt und gut klingend war die Bearbeitung des Italienischen Konzertes für Solo-Flöte und Streichorchester von Vater Johann Sebastian, original für Klavier, in der die Flötistin Wally Hase mit schlankem Ton und blendender Spieltechnik ebenso brillieren konnte wie beim abschließenden Flötenkonzert d-Moll von Carl Philipp Emanuel. Andreas Klumpp unterstrich den Sturm- und Drang-Charakter dieser Musik durch scharfe dynamische Kontraste und höchste Vitalität des Musizierens. Etwas schwerfällig wirkte bisweilen die mit drei Celli plus Kontrabass sehr üppig besetzte Bassgruppe, die dem ansonsten sehr schlanken Klangcharakter des Ensembles entgegenstand. Stilistisch versiert und mit der nötigen Eleganz erklangen die fünf Kontratänze für Streicher, Flöte und kleine Trommel von Mozart, wobei der Einsatz der kleinen Trommel dreien der Tänze einen alla-Turca-Charakter verlieh.

Als Zugabe servierte das Ensemble und Wally Hase dem begeisterten Publikum die Badinerie aus Vater Bachs h-Moll-Suite.

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