Aachen - Flotte Revue „I love you” im Das Da Theater

Flotte Revue „I love you” im Das Da Theater

Von: Grit Schorn
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Das gut aufgelegte Ensemble garantiert einen vergnüglichen Abend: bei dem Musical „I love you, you´re perfect, now change” im Aachener Das Da Theater. Foto: Wilfried Schumacher

Aachen. Der Off-Broadway-Erfolg und Dauerbrenner aus Amerika ist auch nach über zwölf Jahren noch frisch und unterhaltsam. Was man bei dem etwas umständlichen Titel „I love you, you´re perfect, now change” vielleicht nicht auf Anhieb vermuten würde.

Bei dem Musical von Joe DiPietro und Jimmy Roberts geht es munter zu; mit der zentralen Aussage „Ich liebe dich, du bist perfekt, aber jetzt ändere dich” steuert die musikalische Beziehungskiste auf ein gewisses Problem zu: „Männer und Frauen passen nicht zusammen!”

Ob das wirklich so ist, oder ob es doch das große Glück zu zweit gibt, darum kreist das temperamentvolle Musical, das Regisseur Tom Hirtz und Choreographin Marga Render flott in Szene gesetzt haben. Auch das herrlich verkitschte US-Bühnenbild ganz in Rosa und Lila, mit dem Frank Rommerskirchen die Zuschauer betört, trägt zum Vergnügen bei.

Zwischen dem marmornen Amor, der auch - sehr gelungen - fleischliche Regungen zeigt, und einer Bar-Theke, die rasch zum Traualtar umfunktioniert wird, entspinnt sich ein sinnenfrohes Beziehungsgeflecht, das mit nur sechs Darstellern mindestens 60 Personen und Persönlichkeiten auf die Bühne bringt.

Vielleicht nicht praktikabel, aber praktisch präsentiert sich die Auftakt-Begegnung, bei der das nervöse Paar (Karen Lauenstein und Jens Eisenbeiser) bestimmte Phasen des Kennenlernens einfach überspringt, aus Aufregung, Verlegenheit und Zeitnot. Während sich die Damen (Daniela Gölden und Karen Lauenstein) am Rande des Nervenzusammenbruchs gewaltig aufbrezeln, zeigen die Herren (Eisenbeiser und Maximilian Popp) sich gern mit Macho-Allüren. Nichts Neues also an der Geschlechterfront?

In einer Art Milchbar, die stark an die 50er und 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erinnert, tasten sich die ganz Jungen schüchtern an einen Flirt heran - äußerlich ganz „cool”, doch der leise gesprochene Subtext verrät alle Unsicherheiten und Zweifel. „Ich bin nicht athletisch, mein Hemd ist synthetisch” singt bekümmert der Junge (Popp), der gerne der Boyfriend von Blondie (Daniela Gölden) werden möchte.

Die wiederum gesteht verzweifelt, dass sie gerne „echt blond” wäre... Diese Rollenmuster werden immer wieder charmant und witzig durchbrochen, kraftvoll unterstützt vom Piano auf der Empore, wo Christoph Eisenburger (auch musikalische Leitung) live in die Tasten haut. Munter mit dabei in Mehrfachrollen: Svenja Hansen und Franco Mertes (auch als Eva und Adam).

Das Spiel mit bestimmten Erwartungen macht Spaß und sorgt für kräftige Lacher. Großartig die komödiantische Szene mit Eisenbeiser und Gölden als Dad und Mom, die den Sohn (Popp) und dessen Freundin (Lauenstein) bösartig attackieren, als die jungen Leute die erwartete Verlobung „verweigern” - und sich trennen wollen...

Tom Hirtz„ straffe Inszenierung gelingt es meist, aus einer Folge von Sketchen und Songs eine flotte Revue zu entwickeln, die nicht nur Paar- und Paarungsverhalten, sondern auch den amerikanischen „Way of Life” auf die Schippe nimmt. Eheschließung mit Handschellen oder per „Drive-In” lassen keinen Rosengarten erwarten.

Traurige Singles mit Partnerwerbung per Video und kurzer „wilder Sex” bei ausgehungerten Ehepaaren mit Kindern zeigen die Schattenseiten des Liebesglücks. Erst das Alter führt wieder zu zarten aussichtsreichen Verbindungen, die sogar bei Trauerfeiern geknüpft werden können.

Doch die Liebe bleibt ein seltsames Spiel: Wie im Titel angedeutet, ist der Mensch nie zufrieden - endlich hat man den richtigen Partner, doch wenn die erste Euphorie vorbei ist, will man ihn (oder sie) ändern... Ein schöner Bühnenspaß mit einem gut aufgelegten Ensemble.

Weitere Vorstellungen bis 17. Mai immer donnerstags bis sonntags um 20.30 Uhr im Aachener Das Da Theater, Liebigstraße 9. Karten: 0241/161688 sowie 0241/28008 (Buchladen Pontstraße 39).

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